Lieb & Teuer

Sonntag, 12. März 2017, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 13. März 2017, 06:50 bis 07:20 Uhr

Janin Ullmann mit der französischen Pendule, dem Gast und dem Experten

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Besondere, alte Familien- oder Fundstücke: Moderatorin Janin Ullmann hat interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer eingeladen, kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Gemälde mit Blick auf Neustadt in Holstein

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Das Gemälde zeigt den Blick von Gut Sierhagen auf Neustadt in Holstein. Es stammt vom bekannten Maler Victor von Plessen.

Das Ölbild zeigt den Blick von Gut Sierhagen in eine Landschaft, hinweg über ein abgeerntetes Kornfeld in Richtung Neustadt in Holstein. Der Ort ist mit der Kirchturmspitze am Horizont zu sehen. Der Maler Victor von Plessen (1900 - 1980), der auf dem Gut geboren wurde, hatte Malerei studiert, wurde aber vor allem bekannt als Ornithologe und Forschungsreisender. In den 1920er- und 1930er-Jahren unternahm er zahlreiche Reisen nach Südostasien, bei denen auch wissenschaftliche Filme entstanden sind. Seine holsteinischen Landschaften sind bisher selten auf Auktionen aufgetaucht.

Dekorative Mokka-Kanne aus Silber

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Die Mokka-Kanne ist ohne Naht aus einer Platte getrieben. Sie stammt vermutlich vom Kitzingener Silberschmied Georg Ludwig Langenhan.

Die birnenförmige kleine Silberkanne hat auf der Unterseite einen Zentrierpunkt, das heißt, sie ist aus einer runden Silberplatte von Hand, ohne Naht, getrieben worden. Ein langwieriger handwerklicher Prozess, eine klassisch-hochwertige Silberschmiedetechnik. Die Godronierung des Körpers, die faltenartige Struktur der Form, erhöht den Schwierigkeitsgrad. Die Punzen auf der Unterseite besagen, dass 13-lötiges Silber verwendet wurde, das dem heutigen 800er-Silber entspricht. Daneben ist die Meistermarke, ein Hahn, zu sehen. Sie stammt vermutlich von Georg Ludwig Langenhan (Langenhahn, geboren 1712) aus Kitzingen.

Zwei Bettgestelle aus Schottbrettern

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Die dekorativen Bauernbetten sind aus Holzteilen alter Leiterwagen gefertigt worden. Geschnitzte Putten dienen als Verzierung.

Die beiden Bettgestelle aus lackiertem Holz sind aus ehemaligen Schottbrettern zusammengesetzt worden. Schottbretter haben die typische Trapezform der bäuerlichen Holzwagen, in denen Feldfrüchte und andere Sachen transportiert wurden. Um Fächer für verschiedene Ladungen einzurichten, wurden diese Trennbretter eingesetzt, die auch zu verschiedenen Anlässen festlich verziert waren. In diesem Fall sind es jeweils zwei Putten, die eine Kartusche mit der Jahreszahl 1805 - sicherlich das Entstehungsjahr - tragen. Eine dekorative Weiterverwertung, die erst auf den zweiten Blick auffällt.

Französische Pendule im Empirestil

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Die französische Pendule aus vergoldetem Messing stammt aus der Zeit der Bürgerkönigs Louis-Philippe. Der Fries ist typisch für Empire.

Die französische Empire-Pendule, eine Standuhr, ist aus vergoldetem Messing gefertigt. In einer Fantasie-Landschaft sind in einem Relief Venus und Amor dargestellt. Der Köcher mit dem Pfeil liegt nicht weit entfernt. Motive wie Glaube, Liebe, Hoffnung sind angesprochen. Der Akanthusfries verweist auf eine Entstehung in der Empire-Zeit. Das Zifferblatt ist spätes Empire und wohl in der Zeit des Bürgerkönigs Louis-Philippe zwischen 1830 und 1848 entstanden. Auf dem Zifferblatt ist der Herstellungsort "Paris" vermerkt sowie die Initialen "B + B", die nicht mit Sicherheit zu entschlüsseln sind.

Stieler's Handatlas von 1835

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Der antike Atlas mit erweiterbarem Kartenwerk stammt von Herausgeber Adolf Stieler. Das Buch ist etwa 1835 entstanden.

Der Herausgeber Adolf Stieler (1775 - 1836) war gelernter Jurist und Hobby-Kartograf. Die erste Karte ist 1817 erschienen, die erste Auflage von mehreren Karten als Atlas kam 1835 heraus. Der vorliegende Atlas gehört zur ersten Auflage. Die Karten wurden gezeichnet und dann auf Kupferstiche übertragen, sodass Abzüge hergestellt werden konnten. Alle Karten sind mit der Jahreszahl der Entstehung versehen, damit spätere Aktualisierungen nach Entdeckungen und genaueren Vermessungen erkannt werden konnten.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Carmen Messmer
Moderation
Janin Ullmann