Lieb & Teuer

Sonntag, 02. Juli 2017, 16:00 bis 16:30 Uhr
Montag, 03. Juli 2017, 06:50 bis 07:20 Uhr

Besondere, alte Familien- oder Fundstücke: Moderatorin Janin Ullmann hat interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer eingeladen, kostenlos den Wert ihrer Antiquitäten von Experten schätzen zu lassen.

Die Kunstobjekte im Überblick:

Silberkanne

Bild vergrößern
Die Kanne wurde bei der Firma Bruckmann in Heilbronn hergestellt.

Die Teekanne ist aus Silber und stammt aus einem adligen Haushalt, wie das Wappen auf der Schauseite vermuten lässt. Die Punzierung mit Mondsichel und Krone - ab 1888 in Deutschland gebräuchlich - und der Rückgriff auf klassizistische Formen legt eine Datierung um 1900 nahe. In der Kartusche ist das Datum 8.5.1900 graviert, womöglich ein Jubiläum, zu dem die Kanne geschenkt wurde. Der Adler ist der Firma Bruckmann aus Heilbronn zuzuordnen, der Name "Schneider" könnte auf den Berliner Händler Otto Schneider verweisen.

Gemälde Schloss Boller

Bild vergrößern
Das Gemälde "Schloss Boller" stammt vom Maler Ferdinand Richardt.

Das Gemälde zeigt das Wasserschloss Boller bei Horsens in Dänemark. Es ist eine Auftragsarbeit für die Gräfin Sophie Juliane Krag-Juel-Vind-Frijs gewesen, die ihre Jugendjahre dort verbracht hatte. Das Bild ist mit "FR" monogrammiert, das Kürzel für den Maler Ferdinand Richardt (1819 -1895), der zahlreiche Schlösser und Herrenhäuser gemalt hat. Es ist 1844 datiert. Richardt ist Anfang der 1870er-Jahre nach Amerika ausgewandert, so dass auch viele Bilder der Niagarafälle von ihm bekannt sind.

Brief von Albert Schweitzer

Bild vergrößern
Der handschriftliche Brief von Albert Schweitzer ist aus dem Jahr 1956.

Der handschriftliche Brief von dem Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer (1875-1965) ist aus dem Jahr 1956. Schweitzer war Arzt, Theologe, Philosoph und Orgelspieler. Der Brief ist gerichtet an Georg Gothe - Organist, Komponist und Kirchenmusikdirektor in Schwerin. Schweitzer spricht sich darin aus, von der Modernisierung historischer Orgeln abzusehen. Schweitzer stand mit vielen Menschen in Briefkontakt, allein in seinem ehemaligen Haus in Günsbach, dem heutigen Albert Schweitzer Archiv, werden einige Tausend Briefe verwahrt.

Japanische Vase

Bild vergrößern
Das zentrale Motiv auf der Cloisonné-Vase ist ein Phoenix.

Die Cloisonné-Vase ist in der Meiji-Zeit zwischen 1900 und 1920 entstanden. Das Muster ist fast geometrisch und das Email ist mit Glimmer versetzt. Solche Dekorationen haben sich an kostbaren Brokatstoffen orientiert. Zentral ist das Motiv des Phönix - ein Symbol der Unsterblichkeit. Die Vase ist nicht signiert.

Goldscheider-Elefant

Bild vergrößern
Der Entwurf des kleinen Goldscheider-Elefants stammt von Ida Meisinger.

Die seltene kleine Elefantenfigur wurde produziert von der Wiener Terrakottafabrik Friedrich Goldscheider. Der Entwurf stammt von der böhmischen Bildhauerin und Keramikerin Ida Meisinger (1897-1985). Die Figur ist nicht realistisch dargestellt, sondern im Stil der 1920er Jahre verspielt mit anderen Motiven: Vögel, Fuchs, Blumen, Mond und Hund bemalt. Meisinger wurde vor allem mit Terrier-Figuren von Goldscheider bekannt, die ein Verkaufsschlager waren. Der Rüssel des Elefanten ist mehrfach geklebt.

Redaktion
Marina Bartsch-Rüdiger
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Carmen Messmer
Moderation
Janin Ullmann