Landpartie - Worpswede

Künstlerdorf im Teufelsmoor

Sonntag, 19. Juli 2015, 14:00 bis 15:30 Uhr

Maler sind seit jeher begeistert vom Moordorf Worpswede, gelegen inmitten einer kargen Landschaft, überspannt von einem Himmel mit einer Farbigkeit, die vielleicht sonst nicht zu finden ist: Die Künstler Fritz Mackensen, Hans am Ende oder Otto Modersohn und ihre Malerfreunde, die später dazu kamen, gründeten 1889 die Künstlerkolonie Worpswede. Der Dichter Rainer Maria Rilke hat das Teufelsmoor einmal so beschrieben: "Flach liegt es da, fast ohne Falte und die Wege und Wasserläufe führen weit in den Horizont hinein."

Eine Künstlerkolonie entstand

Es entsprach damals durchaus dem Zeitgeist, raus zu ziehen aus der Stadt, der Kunstakademie den Rücken zu kehren und draußen in der Natur zu malen. In Ausstellungsräumen in Worpswede sind einige ihrer Werke zu sehen. Der Barkenhoff, das Wohnhaus von Heinrich Vogeler, ist nur eines der vier Museen im Ort. Im Haus am Schlu, dem Wohnhaus von Martha Vogeler, der ersten Frau Heinrich Vogelers, können Besucher übernachten. Und der Buchenhof, in dem Hans am Ende gewohnt hat,  ist heute eine Pension.

Das Flair der Gründerzeit lebt fort

Der Fremdenverkehr hat inzwischen von Worpswede Besitz ergriffen. In der Sommersaison bringt der Moorexpress am Wochenende die Touristen scharenweise. Doch der Künstlerort im Teufelsmoor hat sich einiges vom Flair seiner Gründerzeit erhalten: Der Bahnhof, ein Entwurf von Heinrich Vogeler; das Café Worpswede im eigenwilligen Stil des Architekten Bernhard Hoetger, das Grabmal von Paula Modersohn-Becker auf dem malerischen Friedhof, auch von Hoetger – und natürlich die Landschaft.

Torfkähne sind eine Attraktion für Besucher

Die Lebensbedingungen der ersten Moorkolonisten waren alles andere als malerisch. Die Aussicht ein  eigenes Stück Land zog Mägde und Knechte ins Teufelsmoor. Dort wurde Torf gestochen und auf den vielen Entwässerungskanälen mit Torfkähnen nach Bremen gebracht. Torf wurde zum Heizen verfeuert. Es war ein hartes Leben: "Den Eersten sien Dood, den Tweeten sien Noot, den Drüdden sien Broot," sagt ein Sprichwort aus der Zeit der Torfstecher. Auch heute staken Torfkähne durch die Kanäle, allerdings mit Touristen, und auf der Hamme paddeln Urlauber. Die Reste der Moorlandschaft sind Anziehungspunkt für Besucher.

In Worpswede ist man stolz auf die Region

Die Landschaft ist nach wie vor karg. Doch das, was dort, im Teufelsmoor entsteht, findet durchaus seine Abnehmer. Schließlich liegen regionale Produkte im Trend: Moornudeln, Moorbrot, sogar Moorkaffee gibt es in einem Laden mit dem passenden Namen Moorrübe. Und geradezu üppig sind die Torten im Café zum Brinkhof: einem typischen Moor-Bauernhof, auf dem Besucher bei Kaffee und Kuchen einen Blick in den Kuhstall haben. Im Jubiläumsjahr des Künstlerdorfes Worpswede ist Heike Götz im Teufelsmoor unterwegs. Kommen Sie mit!

 

Rezept zur Sendung

Schokoladensahne-Torte

In der Landpartie Worpswede backt Gisela Wellbrock eine üppige Torte. Unter der Schokoladenhaube verbirgt sich Biskuit, gefüllt mit Pfirsichen und Schokosahne. mehr

Moderation
Heike Götz
Autor/in
Achim Tacke
Regie
Achim Tacke
Redaktionsleiter/in
Holger Ohmstedt
Produktionsleiter/in
Thomas Schmidtsdorff
Redaktion
Beatrix Bursig
Kamera
Dieter Stypmann
Sebastian Sievert
Schnitt
Caroline Richter
Redaktionsassistenz
Ute Krämer
Ton
Christian Börner
Lars Otto
Kamera
Stefanie Reinsch