Straße der Achttausender (1)

Vom Nanga Parbat nach China

Montag, 09. Oktober 2017, 13:15 bis 14:00 Uhr

Die Straße der Achttausender ist eine Sehnsuchtslinie, einmalig auf der Welt: Die 14 höchsten Berge des Planeten reihen sich zu einer imaginären Kette auf. Zehn der imposanten Gipfel liegen im Himalaya, vier im angrenzenden Karakorum. Sie verteilen sich auf die Länder Indien, Nepal, Pakistan und China mit dessen autonomen Provinzen Tibet und Xinjiang.

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Der Expeditionsjeep wird verladen: Durch einen Erdrutsch hat sich ein Stausee gebildet, der nur mit Booten überwunden werden kann.
Die Mühe lohnt sich

Die Route zu bereisen, ist nicht einfach: Indien verlangt Sondergenehmigungen für das Sperrgebiet am Kanchenjunga, Tibet ist über weite Teile des Jahres für Fremde geschlossen, vor Reisen zu den pakistanischen Achttausendern warnt jedes Außenministerium. Doch die Mühe lohnt sich. Im Laufe der Reise wechseln Völker, Sprachen, Speisen und Rituale, Tempel und Klöster, Moscheen und Kultstätten, Saddhupilger und Sufimusiker, subtropische Gegenden und wüstenartige Unwirklichkeit, große Hitze und extreme Kälte.

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Der Nanga Parbat ist der neunthöchste Berg der Erde - sein Gipfel liegt 8.125 Meter über dem Meeresspiegel.

Der erste Teil der zweiteiligen Dokumentation entlang der höchsten Berge der Welt beginnt auf dem Karakorum Highway in Pakistan und schildert den gefahrvollen Reiseweg zum Nanga Parbat, dem "deutschen Schicksalsberg". In "Feary Meadows", der legendären "Märchenwiese", Ausgangspunkt der historischen deutschen Erstbesteigung, treffen wir Safrez. Er betreibt hier auf 4.000 Metern Höhe eine Hütte. Weiter geht die Reise den Indus entlang nach Machalu an der Grenze nach Ladakh, von wo die Filmexpedition auf fast 5.000 Meter Höhe aufsteigt und die vier Karakorum-Achttausender zu Gesicht bekommt. Wir lernen Muhammad Fida kennen, der uns führt und die Sitten und Gebräuche in Baltistan nahebringt.

Extreme Abgeschiedenheit und bedrohte Kulturen

Auf dem Weg nach China geht es über Hunza und Shimshal durch das Reich des Agha Khan. Die Expedition muss auf Booten einen Stausee überwinden, der sich durch einen Erdrutsch am Karakorum Highway gebildet hat. Wir lernen selbstbewusste Frauen kennen, die als Schreinerinnen arbeiten, und todesverachtende Fährmänner. In Shimshal, dem höchsten bewohnten Dorf im Karakorum, erleben wir mit der tadschikischen Familie Mehdi die Beschwernisse des Alltags in extremer Abgeschiedenheit.

Auf der anderen Seite liegt China und damit eine Welt, die sich auch in abgelegenen Regionen aus dem Mittelalter ins 21. Jahrhundert katapultiert hat. Die einheimischen Uiguren sind in ihrer Kultur bedroht: In Sinkiang besuchen wir den berühmten Viehmarkt, treffen Jadehändler und Instrumentenbauer in Kashgar und Yarkandt, unterhalten uns mit Schachspielern auf der Straße und durchqueren die einst so gefürchtete Wüste Takla Makan. Immer noch verbirgt die Takla Makan allerlei Schätze und Geheimnisse: versunkene Städte, Mumien indoeuropäischer Abstammung und gewaltige Erdölvorkommen.

Das Erdbeben in Nepal und die Folgen

  • Was ist passiert?

    Am Morgen des 25. April 2015 um 11.56 Uhr Ortszeit erschüttert ein schweres Erdbeben den Himalaya-Staat Nepal. Die schweren Erdstöße mit der Stärke 7,8 wüten in 30 von 75 Distrikten. Allein am selben Tag werden 16 Nachbeben der Stärke 5 registriert. Es ist die bislang schwerste Katastrophe in der Geschichte des Landes.

    Quelle: Unicef

  • Warum ist es passiert?

    Seit mehr als 40 Millionen Jahren stößt die indische Platte auf die eurasische und faltet dabei das höchste Gebirge der Welt auf, den Himalaya. Zwar läuft diese Kollision mit rund 40 Millimetern pro Jahr nach menschlichen Maßstäben in Zeitlupe. Aber die Spannungen, die sich dabei aufbauen, sind gewaltig: Sie lösen immer wieder starke Erdbeben mit Magnituden von mehr als 7 aus.

    Quelle: U.S. Geological Survey, Innenministerium der USA für Kartografie

  • Welchen Schaden hat das Beben angerichtet?

    Laut der Nepalesischen Regierung starben rund 8.800 Menschen an den Folgen der Beben, rund 22.300 wurden verletzt. Am schlimmsten betroffen sind die Bewohner in Kathmandu und im Kathmandutal. Mehr als 500.000 Häuser wurden zerstört, jahrhundertealte Tempel sind eingestürzt, zahlreiche Straßen unpassierbar.

    Quelle: Welthungerhilfe

  • Welche Rolle spielt Deutschland?

    Unmittelbar nach den schweren Erdbeben stellte die Bundesregierung fünf Millionen Euro für humanitäre Hilfe zur Verfügung. Deutschland hat zusätzliche 30 Millionen Euro für kurz- und langfristige Wiederaufbaumaßnahmen zugesagt. Mit dem Geld sollen Schutzräume und Übergangswohnungen zur Verfügung gestellt werden, außerdem sollen medizinische Versorgung und Infrastruktur wieder aufgebaut werden.

    Quelle: Deutsche Botschaft, Kathmandu

  • Welche Folgen hat das Beben für die Menschen in Nepal?

    In ganz Nepal sind rund acht Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, davon allein knapp drei Millionen auf die Unterstützung mit Nahrungsmitteln. Die Ernährungssituation der Menschen wird auch weiterhin schwierig bleiben, denn im Juni hätte eigentlich die nächste Aussaat begonnen.

    Quelle: Welthungerhilfe

  • Was wurde aus den Spendengeldern?

    Die Regierung in Nepal hat bis Anfang September, also vier Monate nach der Erdbebenkatastrophe, noch nichts von den Milliardenhilfen abgerufen. Der Staat habe noch keine konkreten Pläne für die Verwendung der weltweit zugesagten 4,1 Milliarden Dollar. Der Grund seien Verzögerungen in der Verwaltung. Zudem habe die Regierung den Fehler gemacht, sich auf eine Verfassungsänderung zu konzentrieren statt auf den Wiederaufbau.

    Quelle: Nationales Amt für Wiederaufbau, Nepal

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Straße der Achttausender (2)

Von Tibet nach Sikkim

10.10.2017 13:15 Uhr

Das höchst gelegene buddhistische Kloster der Welt, Leichenverbrennungen und Ultralight-Flüge: Auch der zweite Teil der Reise entlang der höchsten Berge ist ein spannendes Abenteuer. mehr

Autor/in
Hajo Bergmann
Kamera
Rüdiger Kortz
Schnitt
Heike Müller
Komponist/in
Matthias Ruckdäschel
Ton
Stefan Höfler
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Redaktion
Ralf Quibeldey
Timo Großpietsch