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El Hierro - Die Insel am Ende der Welt

Donnerstag, 04. Mai 2017, 13:15 bis 14:00 Uhr

"Vor Kolumbus war westlich der Kanareninsel El Hierro das Ende der Welt, die man bis dahin für eine Scheibe hielt", sagt Maite, die Archäologin von El Hierro. Sie schwärmt von ihrem Eiland: Für sie ist es ein Paradies und dort zu leben ein Privileg. Kaum jemand kennt El Hierro, obwohl Teneriffa nur etwa drei Schiffs- oder eine halbe Flugstunde entfernt ist. Dort gibt es keinen Massentourismus, keinen Lärm, keine Kriminalität, keinen Nepp, keinen Stau, keine Betonburgen und Biermeilen.

Atemberaubende Natur und hervorragende Küche

El Hierro hat, wonach sich immer mehr Menschen sehnen: atemberaubende Natur - die Insel ist UNESCO-Biosphärenreservat - und charmante Unterkünfte. Das Straßen- und Wanderwegenetz ist hervorragend und die Insulaner, genannt Herrenos, sind nett. Sie freuen sich über Gäste und bieten ihnen eine gute Küche mit viel Fisch, frischem Gemüse, exotischen Früchten, inseleigenem Käse und Käsekuchen sowie Rum aus Südamerika und guten Wein von den eigenen vulkanischen Hanglagen. Und das alles zu zivilen Preisen.

Die Herrenos schützen die Natur und pflegen ihre Tradition

Die Herrenos empfinden bis heute, abseits der Hektik und Massenströme Europas, irgendwie "anders", könnte man sagen. Nicht rückständig. Im Gegenteil, sie denken sozial und ökologisch, lieben und schützen ihre Natur und pflegen ihre Kultur und Tradition. Sie sind offen und freundlich, eigenwillig und selbstbewusst. Musik ist ihnen wichtig. Sie klingt "weltmusikalisch", nach dem Mutterland Spanien, aber auch nach dem nahen Afrika und dem fernen Venezuela, Kuba und Mexiko, denn dorthin zog es viele Insulaner in schweren Zeiten. Das kleine aber feine Bimbache openART Festival bringt jeden Sommer Musiker aus aller Welt nach El Hierro.

El Hierro - Die Insel am Ende der Welt

Paradies für Reisende, die Natur und Ruhe suchen

Die etwa 10.000 Insulaner setzen seit Jahrzehnten auf sanften Tourismus und ökologisches Wirtschaften in Fischerei und Landbau: Für Menschen, die Natur und Ruhe suchen, und für Wanderer und Taucher ist diese Insel, die 1.500 Meter in die Passatwolken aufsteigt und 2.000 Meter zum Meeresgrund abfällt, ein echtes Paradies. Aus dem weiten Atlantik kommen Wale, Mantas, Delfine, Thunfische und Schildkröten dicht vor die von uralten Lavaströmen und Vulkankratern geprägte Inselküste. Steile Felswände sind das Reich der Kolkraben und einer Rieseneidechsenart, die es nur auf El Hierro gibt.

Auf den Hochebenen grasen die Rinder des Ökobauern Paco in einer sattgrünen, von Natursteinmauern durchzogenen Landschaft, die an Irland erinnert. Die Landschaft wird spektakulär ausgeleuchtet von der Sonne, die fortwährend durch die jagenden Passatwolken aus dem azurblauen Himmel bricht. Hier ist es nie heiß und nie kalt. Auf El Hierro ist immer irgendwie Frühling, und der Besucher findet immer eine Sonnenseite auf der kleinen Insel.

Das Filmteam begleitet Maite, die Archäologin, zum Heiligen Baum und den Versammlungsplätzen der geheimnisvollen Bimbaches, der Ureinwohner, die vor 2.000 Jahren aus Afrika kamen, erlebt bei Ananas- und Gemüsebauern den alltäglichen Kampf um eine ökologische Landwirtschaft, folgt Tauchern zu den Walen und Mantas in die blaue Tiefe vor der Insel und zeigt eine Superlative El Hierros, die gerade weltweit Aufsehen erregt: Seit diesem Sommer versorgt ein Wind-Wasser-Kraftwerk die gesamte Insel mit sauberer Energie und macht sie vom Rest der Welt unabhängig. Auch das macht die kleine Insel El Hierro einzigartig.

Autor/in
Holger Vogt
Redaktion
Wolf Lengwenus
Produktionsleiter/in
Bettina Wieselhuber
Redaktion
Quibeldey, Ralf