Wie die Inklusion an Schulen scheitert
Alle sollen gleichberechtigt und vollständig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können - Menschen mit und ohne Handicap. Inklusion lautet der sperrige Fachbegriff: der große Anspruch auf Chancengleichheit, der natürlich auch Schülerinnen und Schülern zusteht. Einige Bildungspolitiker brüsten sich damit, eine UN-Konvention von 2009 schnell umgesetzt zu haben. Eltern und Lehrende üben jedoch starke Kritik.
Schulreform auf Kosten behinderter Kinder?
Kulturjournal - 03.06.2013 22:45 Uhr - Autor/in: Gesa Berg
Alle sollen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Das gilt auch für Schulkinder - mit und ohne Handicap. Doch wie klappt Inklusion an den Schulen?
Behinderte Kinder sollen gemeinsam mit allen anderen zur Schule gehen dürfen. Deutschland hat sich verpflichtet, die meisten Sonderschulen so schnell wie möglich abzuschaffen. Die Inklusion an allen Schulen ist ein hehres Ziel. Eine gemeinsame Schule für alle ist jedoch eigentlich der richtige Weg.
Inklusion als Sparmodell
Doch die Umsetzung sieht schwierig aus. Inklusion ist ein Sparmodell: Es gibt zu wenig Geld und zu wenig zusätzliches Personal. Nicht nur behinderte Kinder können so nicht mehr richtig gefördert werden, resümiert ein Schulleiter aus Schleswig-Holstein, diese Reform sei "Gift für die Bildung". Lehrer klagen, sie seien überfordert von den extrem unterschiedlichen Lernniveaus in einer Klasse. Es ist ein Kraftakt, diese unter einen Hut zu bringen, jeden Schüler individuell zu fördern, ein soziales Miteinander in der Klasse zu schaffen. Eltern von Kindern mit großen Lernschwierigkeiten suchen mitunter Alternativen bei privaten Schulen. Das staatliche System würde ihnen nicht mehr gerecht, sagen sie.
Inklusion, wer sie braucht bekommt sie nicht
ich eine Mutter von einem Kind, dass im vergangenen Schuljahr lediglich 40 Tage beschult wurde hatte gehofft, dass mit dem Startschuss der Inklusion endlich Lösungen für unseren Jungen geschaffen... [mehr]