Kulturjournal

Der Zaun, der Welten trennt

Montag, 21. März 2016, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 25. März 2016, 02:00 bis 02:30 Uhr

Der Zaun, der Welten trennt - Ein Reisebericht von der Grenze Europas

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Europas Zäune - Sinnbild der Unmenschlichkeit

Im Sommer 2014 ist Dietmar Telser an der Außengrenze Europas entlanggereist. Sein Buch "Der Zaun" erzählt von Warten und Hoffen, Verzweiflung und Sterben. Es ist aktueller denn je. mehr

Drei Monate ist Dietmar Telser an der Außengrenze Europas entlanggereist - im Sommer 2014, ein Jahr bevor der Flüchtlingsstrom in der Mitte Europas angekommen ist. Jetzt erscheinen seine Eindrücke und die vielen Gespräche, die er geführt hat, als Buch: "Der Zaun. Wo Europa an seine Grenzen stößt". Und es erscheint so aktuell wie nie: Telser erzählt darin, wie sich das Leben für die Menschen an der Grenze zu Europa anfühlt, vom Warten und Hoffen, von Verzweiflung und Sterben. Er zeigt auf, dass Zäune Menschen nicht aufhalten, sondern lediglich die Fluchtrouten verschieben. Vor allem macht das Buch deutlich, dass es nicht gut ist, so wie es ist.

Die Täter waren nebenan - NS-Verbrechen in Hamburg

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Datenbank-Projekt zeigt NS-Täter und Profiteure

Wer bereicherte sich in der NS-Zeit? Wer denunzierte, wer machte Karriere auf Kosten anderer? Durch das Datenbank-Projekt "Die Dabeigewesenen" kann jeder Geschichte entdecken. mehr

Wir kennen die Namen der großen NS-Verbrecher. Aber welche Profiteure gab es sonst noch im Dritten Reich? Wer bereicherte sich, wer denunzierte, wer machte Karriere auf Kosten anderer? Das bundesweit einzigartige Datenbank-Projekt "Die Dabeigewesenen" will zeigen, wer die Täter und Karrieristen im nationalsozialistischen Hamburg waren. Die Datenbank, initiiert von der Hamburger Landeszentrale für politische Bildung unter der Leitung der Historikerin Rita Bake, umfasst über 500 Profile, weitere sollen folgen. Außerdem will die Datenbank konkrete Orte des NS-Geschehens sichtbar machen - gegen das Vergessen. Schon jetzt zeigt sich, wie wichtig das ist: Über 70 Jahre nach Kriegsende gibt es beispielsweise noch immer Straßen in Hamburg, die nach NS-Profiteuren benannt wurden. Kulturjournal-Moderatorin Julia Westlake trifft die Initiatorin Rita Bake und besucht mit ihr historische Orte in der Hansestadt.

Gut und trotzdem arm - Eine aktuelle Studie über die Situation von Jazz-Musikern

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Jazz-Musiker am Rande der Armutsgrenze

21.03.2016 22:45 Uhr

Improvisation sind Jazz-Musiker gewohnt. Leider nicht nur in der Musik: Eine aktuelle Studie zu den Arbeits- und Lebensbedingungen der Künstler zeigt, wie prekär ihr Leben ist. Video (05:01 min)

Improvisation - das sind Jazzmusiker gewohnt. In der Musik. Aber leider auch im Leben: Eine aktuelle Studie zu den Arbeits- und Lebensbedingungen von Jazzmusikern zeigt, wie prekär das Leben dieser Künstler ist. Die meisten von ihnen verdienen im Jahr nicht mehr als 12.500 Euro, was nur knapp über der Armutsgrenze liegt. Das Kulturjournal hat deshalb Vertreter der norddeutschen Jazz-Szene getroffen und mit ihnen über ihre Situation gesprochen. Auch hier gilt: Der Jazz ist so lebendig und reichhaltig wie nie zuvor, und trotzdem können nur fünf bis zehn Prozent wirklich davon leben. Die Hamburger Reihe "Fat Jazz" im Golem ist ein mageres Nullsummenspiel für die Veranstalter. Das hiesige Label "brennt rekords" ist ein Liebhaberprojekt, das den Betreiber und Pianisten Paul Winnitzki dazu zwingt, nebenbei zu unterrichten. Den mehrfach ausgezeichneten Jazz-Bassisten Michael Gudenkauf haben solche unsicheren Aussichten derart frustriert, dass er seinen Bass in die Ecke gestellt hat und festangestellter Musikschulleiter in Cloppenburg geworden ist. Er hat auch an der Studie teilgenommen, und hofft, dass nicht nur die Jazzmusik, sondern auch die Probleme ihrer Macher gehört werden.

Bericht aus der Kneipenhölle - Heinz Strunk schreibt über den Serienmörder Fritz Honka

Bislang hat Heinz Strunk, auch bekannt als Mitglied des komischen Trios Studio Braun und der Fake-Techno-Combo Fraktus, vor allem autobiografische Romane geschrieben: Sein Buch "Fleisch ist mein Gemüse" verkaufte sich laut Verlag fast 500.000 Mal. Jetzt hat er erstmals einen Roman über eine historische Figur geschrieben, und Kritiker wie Publikum sind wiederum begeistert. "Der goldene Handschuh" ist das Psychogramm des Serienmörders Fritz Honka, der in den 1970ern in Hamburg mehrere Frauen tötete, ihre Körper zerstückelte und die Leichen in seiner Wohnung verstaute. Mit großem Einfühlungsvermögen porträtiert Strunk diesen durch eine grausame Jugend geistig und körperlich gebrochenen Mann aus der untersten Unterschicht, begleitet Honka in die St.-Pauli-Absturzkneipe "Zum Goldenen Handschuh", eine moderne Vorhölle der Verlierer, die in brutalem Suff die eigene Existenz vernichten.

So zart kann Heavy Metal klingen - Die Band Driving Mrs. Satan arrangiert Metal-Songs neu

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So zart kann Heavy Metal klingen

Ihr Motto ist "Heavy Metal made easier": Das Trio Driving Mrs. Satan kreiert aus Metal-Hits wunderbar melodischen Indie-Folk-Pop. Mit ihrem neuen Album sind sie jetzt auf Tour. mehr

Heavy-Metal-Klassiker wie AC/DCs "Hells Bells", Metallicas "Battery" oder Iron Maidens "2 Minutes To Midnight" sind ein wenig in die Jahre gekommen. Zum Glück gibt es Driving Mrs. Satan. Dahinter stecken drei Musiker aus Neapel: Giacomo Pedicini, Claudia Sorvillo und Ernesto Nobili. In ihrer Jugend waren sie leidenschaftliche Metal-Hörer, mittlerweile hat sich ihr musikalisches Spektrum erweitert. Und so polieren sie mit den Mitteln des Folk-Pops die alten Metal-Kracher auf - und plötzlich lässt sich die Klasse dieser musikalischen Werke wieder neu bewundern. Jetzt gibt es eine neue CD ("Did You Mrs. Me?") und eine Tournee - Driving Mrs. Satan spielen am 1. April in Hamburg.

Wahr. Schön. Gut - Scharfzüngig durch die Kulturwoche

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. Besonders für Kunstkritiker. Mit was man sich da alles beschäftigen muss! Auch in dieser Woche kämpft sich der allseits geliebte und gefürchtete Dr. August Mömpel exklusiv für das Kulturjournal durch die Kulturereignisse der Woche: Wahr. Schön. Gut. Da kriegen wieder einige ihr Fett weg.

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Dr. Mömpel und der Tag des Glücks

21.03.2016 22:45 Uhr

Wer ist der Glücklichste in der Welt? Von Pegida, Madonnas Himbeeren und einem singenden Baulöwen, der Chef von Österreich werden will. Die Kulturkritik der Woche. Video (03:33 min)

Wahr. Schön. Gut. - Wer ist August Mömpel?

Der gefürchtete Kulturkritiker, Kulturpapst und Kulturbeutelbesitzer, Dr. August Mömpel, kommentiert das Geschehen der Woche: bissig, scharfzüngig und immer qualmend. mehr

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Heike Ernst
Moderation
Julia Westlake