Kulturjournal

Hass im Netz

Montag, 22. Februar 2016, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 26. Februar 2016, 01:50 bis 02:30 Uhr

Pöbeln statt argumentieren? Michel Abdollahi wirbt für bessere Manieren im Netz

Verkommen die sozialen Netzwerke zum digitalen Stammtisch, an dem nur noch gestichelt und gepöbelt wird? Und wenn das so ist, was macht das mit uns und unserer Gesellschaft? Kulturjournal-Reporter Michel Abdollahi will in seiner neuen Straßenaktion Menschen zum netteren Umgangston im Netz bewegen. Wie? Gar nicht so einfach! Zum Thema gibt es in dieser Woche auch die NDR Debatte.

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Hass: Vom Netz auf die Straße

Hass gibt es überall im Internet - nur im Internet? Michel Abdollahi hat Hamburger Passanten mit realen Hasskommentaren konfrontiert. Und ist zu tiefen Einsichten gekommen. mehr

Macht Social Media uns radikal? Die NDR Debatte

Beleidigungen, Beschimpfungen, selbst Aufruf zum Mord: Die Kommentarspalten der sozialen Netzwerke scheinen beherrscht von Hass und Verachtung. Was bedeutet das für unsere Gesellschaft? mehr

Lea van Acken spielt Anne Frank: Neuverfilmung des Tagebuchs

In der ersten deutschen Verfilmung des berühmten Stoffs spielt die 16-jährige Schleswig-Holsteinerin Lea van Acken Anne Frank als ein sehr schlaues, sehr sensibles Mädchen in der Pubertät. Eine sehr eigenwillige, manchmal störrische Jugendliche, die gegen ihre Mutter rebelliert, ihren Körper erforscht und sehr genau die Menschen in ihrem Umfeld beobachtet und aufs Korn nimmt - nur, dass Anne Frank nicht wie andere Heranwachsende die Welt erobern konnte, sondern als Jüdin entrechtet und verfolgt wurde, zwei Jahre in einem Versteck ausharren musste und dann von den Nazis im KZ Bergen-Belsen ermordet wurde. Mit der Deportation endet der Film. Gerade hatte "Das Tagebuch der Anne Frank" auf der Berlinale Premiere, am 3. März kommt der berührende Film von Regisseur Hans Steinbichler in die Kinos.

Bilder aus den Krisenregionen der Welt: Die Kriegsfotografin Lynsey Addario

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Lynsey Addario schaut dem Krieg ins Gesicht

Ihre Arbeit bringt sie häufig in Lebensgefahr: In ihrer Autobiografie "Jeder Moment ist Ewigkeit" porträtiert Fotojournalistin Lynsey Addario das Leben in Krisengebieten. mehr

Sie arbeitet dort, wo sonst niemand freiwillig hinmöchte, in den Kriegs- und Krisenregionen der Welt: Die Kriegsfotografin und Pulitzer-Preisträgerin Lynsey Addario war unter anderem in Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien. Sie schaut dem Krieg und seinen Folgen unmittelbar ins Gesicht, will das Leid der Menschen dokumentieren. Jetzt hat Addario ihre Autobiografie veröffentlicht: "Jeder Moment ist Ewigkeit. Als Fotojournalistin in den Krisengebieten der Welt". Ein spannendes Buch mit neuen Einblicken in die Welt der Kriegsberichterstatter, einer Männerdomäne, in der sie als Frau sich erst einmal durchsetzen musste. Aber Addario schreibt auch über Schuldgefühle, wenn sie mit ansehen muss, wie Menschen in ihrer unmittelbaren Nähe getötet werden. Und über die Schwierigkeiten, sich im manchmal banalen Alltag in der sicheren Heimat zurechtzufinden.

Chance statt Untergang: Natalie Knapps Buch "Der unendliche Augenblick"

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Krise als Chance

Krisen und Umbrüche sind verunsichernd. Die Philosophin Natalie Knapp schreibt in ihrem Buch "Der unendliche Augenblick", dass wir solche Situationen als Chance begreifen sollten. mehr

Wir leben in unsicheren Zeiten: Flüchtlingskrise, Klimakrise und dazu noch ganz persönliche Lebenskrisen. Jetzt kommt die Philosophin Natalie Knapp mit einem Buch mit dem Untertitel: "Warum Zeiten der Unsicherheit so wertvoll sind". Natalie Knapp plädiert dafür, Umbruchsituationen wertzuschätzen. Denn es sind Phasen, in denen das Leben mit besonderer Intensität spürbar wird, sie aktivieren unser schöpferisches Potenzial: etwa nach einer Trennung, in der Pubertät oder nach der Geburt eines Kindes. Natalie Knapp blickt in ihrem Buch "Der unendliche Augenblick" auch in die Geschichte zurück: Vor neuen Epochen herrschte oft Krisenstimmung. Wie schon Max Frisch sagte: "Die Krise ist ein produktiver Zustand, man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen."

Saxofon ganz klassisch: Die Musikerin Asya Fateyeva

Jazz oder Pop? Das ist für die Saxofonistin Asya Fateyeva keine Frage. Sie spielt Klassik - und sie will dazu beitragen, dass ihr Instrument endlich einen höheren Stellenwert in der klassischen Musik bekommt. Fateyeva verliebte sich früh ins Saxofon, aber auf Jazz oder auf kleine Soli in Popsongs hatte sie keine Lust. Deshalb transkribiert sie klassische Stücke für ihr Instrument, und sie trifft sich mit zeitgenössischen Komponisten, um sie für den besonderen Klang dieses Holzblasinstruments aus Metall zu begeistern. Denn das Repertoire ist überschaubar, da das Saxofon erst Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden wurde. Jetzt hat Asya Fateyeva eine neue CD mit den Brandenburger Symphonikern veröffentlicht, mit Werken des 20. und 21. Jahrhunderts. Eine Entdeckung, absolut hörenswert.

Wahr. Schön. Gut.: Scharfzüngig durch die Kulturwoche

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. Besonders für Kunstkritiker. Mit was man sich da alles beschäftigen muss! Auch in dieser Woche kämpft sich der allseits geliebte und gefürchtete Dr. August Mömpel exklusiv für das Kulturjournal durch die Kulturereignisse der Woche: "Wahr. Schön. Gut.". Da kriegen wieder einige ihr Fett weg.

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Wahr. Schön. Gut. - Wer ist August Mömpel?

Der gefürchtete Kulturkritiker, Kulturpapst und Kulturbeutelbesitzer, Dr. August Mömpel, kommentiert das Geschehen der Woche: bissig, scharfzüngig und immer qualmend. mehr

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Heike Ernst
Moderation
Julia Westlake