Hallo Niedersachsen
Unser Top-Thema: Hochwasser an der Elbe - Rückblick und Ausblick
Wiederholung der Sendung
17.06.2013 11:00 Uhr
Der 11. Juni ist der erste deutsche "Diversity-Tag".
Der 11. Juni 2013 war der erste deutsche "Diversity-Tag". Übersetzt bedeutet das: der "Tag der Vielfalt" oder der "Tag der Unterschiedlichkeit". Dabei geht es um unterschiedliche Kulturen und Religionen, alte und junge Menschen, unterschiedliche Lebensstiele und Weltanschauungen. Also um alles, was unsere Gesellschaft bunt und vielfältig macht. Der "Diversity-Tag" soll dazu aufrufen, diese Vielfalt als Bereicherung zu erkennen und sie zu nutzen. Wir berichten für Sie diese Woche deshalb über die Vielfalt in Niedersachsen: über einen Obdachlosen, der sich für andere Obdachlose engagiert, ein Musical über Rollstuhlfahrerinnen, einen homosexuellen Schützenkönig und eine inklusive Wallfahrt.
1.500 behinderte und nichtbehinderte Gläubige sind gemeinsam 10 Tage lang gepilgert. Die bundesweit erste sogenannte "inklusive Wallfahrt" führte 170 Kilometer von Bremen nach Osnabrück. Das Tempo auf dieser barrierefreien Strecke war eher gemäßigt. Jeder bekam hier die Chance, gemeinsam mit der Gruppe zu pilgern.
170 Kilometer in zehn Tagen - Behinderte und Nicht-Behinderte pilgern gemeinsam von Bremen nach Osnabrück. Margret Kröger ist begeistert von der Wallfahrt.
Vor gut einem Jahr wurde Roger Habermann Schützenkönig in Sallahn. Den Schützenball eröffnete er unter großem Beifall - mit seinem Lebenspartner Guido Leffrang, die beiden waren das erste schwule Königspaar in Niedersachsen. Wir haben sie nach Ende der Amtszeit noch einmal besucht. Ihr Fazit: selbst in einem eher konservativen Umfeld wurde das Paar überall mit offenen Armen empfangen. Der Schützenverein hat mit der Wahl bewiesen, dass er kein verstaubter "Altherrenclub" ist, sondern ein moderner und weltoffener Verein. Damit hat er sein Image gerade bei jungen Leuten verbessert und neue Mitglieder angelockt.
Sie gelten als spießig, angestaubt und traditionell - Schützenvereine. Das erste schwule Schützenkönigspaar Niedersachsens hat im vergangenen Jahr das Gegenteil bewiesen.
Nach seinem Motorradunfall wacht Michel als Querschnittsgelähmter auf, ab der Hüfte spürt er nichts mehr. So beginnt das Musical des Mariengymnasiums in Jever. "Einer bleibt sitzen" heißt es, und es geht um ein schwieriges Thema. Wie fühlt es sich an, wenn man den ganzen Tag im Rollstuhl sitzt? Auf Probenwochenenden haben sich die Schüler inhaltlich intensiv mit dem Stoff beschäftigt. Jetzt spielen sie ein Stück über Liebe und Eifersucht zwischen Rollstuhlfahrern. Es geht um Freundschaft, Suizidgefährdung und Hoffnung. Und weil das Interesse an dem Musical riesig ist, wird es nicht in der Schule aufgeführt, sondern im Theater von Jever.
Schüler aus Jever haben sich mit dem Leben im Rollstuhl auseinandergesetzt und ein Musical dazu konzipiert. Unter dem Titel "Einer bleibt sitzen" zeigten sie es im Stadttheater.
Jürgen Schneider hat zwar keinen festen Wohnsitz, aber er hat ein klares Ziel. Seit sechs Jahren macht er im Internet und mit Aktionen in ganz Deutschland auf die Schere zwischen Arm und Reich aufmerksam. Obwohl er selbst wohnungslos ist, hilft er anderen mit seiner Website. Die Anlaufstelle für Armutsgefährdete hat Schneider mit Hilfe eines Programmierers gestartet. Anscheinend schätzen viele Betroffene die Anonymität des Internets als Alternative zur realen Beratung. Jürgen Schneiders Seite hat rund 1,5 Millionen Klicks.
Der Wohnungslose Jürgen Schneider hilft Obdachlosen und Armutsgefährdeten übers Internet. Mit seiner Webseite will er auf die Schere zwischen arm und reich aufmerksam machen.
Clausthal-Zellerfeld hat zwar nur 15.000 Einwohner, diese kleine Stadt im Harz ist in China aber ganz hoch im Kurs. Wan Gang, Chinas Minister für Wissenschaft und Technologie hat hier nämlich seinen Doktor gemacht. Deshalb zählt in China die Technische Universität Clausthal neben Aachen und Berlin zu den Top-Universitäten für die künftige Elite des Landes. Von den 4.300 Studenten in Clausthal sind allein 600 Chinesen. Für die Laden- und Cafébesitzer der Stadt sind die chinesischen Studenten wichtige Kunden geworden. Wir haben Fu Xiaochen getroffen, der seit fünf Jahren hier wohnt und sich mittlerweile richtig wohl fühlt. Nur manchmal hat er Heimweh nach der chinesischen Küche.