Hallo Niedersachsen
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Wiederholung der Sendung
24.05.2012 03:15 Uhr
24.05.2012 11:00 Uhr
Friedlich demonstrierten Atomkraftgegner in Gorleben gegen einen erneuten Castor-Transport.
Mehr als 500 Atomkraftgegner haben vor dem Erkundungsbergwerk in Gorleben bei einer Demonstration ihrem Ärger Luft gemacht. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass im Zwischenlager erhöhte Werte bei einer Radioaktivitätsmessung festgestellt worden sind. Auf der Kundgebung forderte die Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz, Kerstin Rudek, dass der für November geplante Transport ins Wendland deswegen abgesagt werden muss. An dem Protest beteiligten sich auch Landwirte mit etwa 30 Traktoren.
Landrat Schulz ist empört über die Reaktionen von der Betreiber-Gesellschaft und vom Umweltministerium.
Durch einen Bericht des NDR Regionalmagazins Hallo Niedersachsen waren die erhöhten Strahlenwerte bekannt geworden. Die Betreiber des Zwischenlagers, die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS), und das niedersächsische Umweltministerium sehen jedoch keinen Grund zum Handeln. Von einem Unternehmenssprecher hieß es, wer zwei Mal nach San Francisco fliege, bekomme genauso viel Strahlung ab. Empört zeigte sich über diese Reaktionen der parteilose Landrat von Lüchow-Dannenberg, Jürgen Schulz. Solche Aussagen seien auch beim Tschernobyl-Unfall gemacht worden. "Ich würde mir auch einmal eine andere Reaktion wünschen", so Schulz zu NDR 1 Niedersachsen.
An einer dieser Messstationen am Zwischenlager wurden erhöhte Werte gemessen.
Wegen der nun festgestellten Werte hat das niedersächsische Umweltministerium von der GNS verlangt, vor der Einlagerung weiterer Castor-Behälter für eine Verringerung der Strahlenbelastung Sorge zu tragen. Außerdem sind für Dienstag Vertreter des Betreibers und des TÜV-Nord zu einem Gespräch nach Hannover eingeladen worden.
Noch ist unklar, warum die Werte im Vergleich zum Vorjahr angestiegen sind. Atomkraftgegner vermuten, dass die beim letzten Castor-Transport im November 2010 angelieferten Brennelemente dafür verantwortlich sein könnten. Das Umweltministerium hingegen ist der Meinung, dass die erhöhten Werte möglicherweise dadurch festgestellt wurden, weil der Messpunkt am Zaun um vier Meter verschoben wurde.