Stand: 07.04.2017 10:36 Uhr

Thema der Woche: Retter in Niedersachsen

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Wir begleiten Retter in Niedersachsen. (Archivbild)

Zum Glück braucht jeder einzelne von uns sie nicht oft in seinem Leben, aber es ist gut zu wissen, dass sie im Ernstfall sofort zur Stelle sind: die Retter in Niedersachsen. Wir begleiten in dieser Woche einige der Menschen, die uns helfen, wenn wir in einer Notlage sind - und sich dafür manchmal auch selbst in Gefahr begeben. Dabei geht es auch darum, wie diesen Rettern bei ihrer Arbeit manchmal Steine in den Weg gelegt werden. Zum Beispiel wählen immer mehr Menschen die 112 oder 110, obwohl gar kein echter Notfall vorliegt. Außerdem bilden viele Autofahrer in Niedersachsen bei Stau immer noch keine Rettungsgassen. Wir begleiten Rettungstaucher bei ihrer Arbeit und treffen eine Reiterstaffel, die immer dann angefordert wird, wenn das Gelände groß und schwer zugänglich ist. Es geht um Großkampftage bei der Autobahnpolizei und um den Mangel an Nachwuchs im Rettungsdienst.

Überflüssige Rettungsfahrten

Rettungssanitäter sollen eigentlich immer dann ausrücken, wenn andere Menschen in Not sind. Doch immer häufiger fahren sie mit Blaulicht zu Einsätzen, bei denen sich vor Ort herausstellt, dass es gar keine Notfälle sind. Immer mehr Menschen wählen die 112 oder 110 auch bei Husten, kleineren Verletzungen oder alltäglichen Problemen. Nach Angaben des Roten Kreuzes im Landkreis Cloppenburg sind bis zu 40 Prozent der Alarmierungen überflüssig. Diese ungerechtfertigten Anrufe binden Kapazitäten, die dann bei echten Notfällen fehlen.

Die Rettungstaucher

Die Einsätze von Polizei, Feuerwehr und Sanitätern hat wohl jeder schon einmal gesehen. Viel seltener sind Rettungstaucher im Einsatz. Doch wenn Menschen im Wasser untergehen, können nur noch sie helfen. Dabei begeben sich die Taucher auch selbst in Gefahr, sie können sich unter Wasser verletzten, verheddern oder die Orientierung verlieren. Routine und eine absolute Vertrautheit mit der Technik sind die Grundvoraussetzungen, um im Fall der Fälle schnell zu sein, ohne sich selbst zu sehr zu gefährden. Aber auch psychisch ist das Rettungstauchen eine große Belastung. Denn oft können die gesuchten Personen nicht mehr gerettet, sondern nur noch tot geborgen werden. Trotzdem ist die Arbeit der Taucher ein enorm wichtiger Job: "Es ist auf jeden Fall die Gewissheit für die Angehörigen, die damit ihre Ruhe kriegen können und mit der ganzen Sache dann auch abschließen können", sagt Lars Schneider vom DLRG. Wir begleiten ihn bei einem Übungseinsatz im Bezirk Osnabrück.

Das Problem mit den Rettungsgassen

Bei dem Versuch, Menschen in Not zu helfen, werden Retter in Niedersachsen regelmäßig ausgebremst. Denn daran, wie man eine Rettungsgasse bildet, erinnert sich offenbar kaum ein Autofahrer - trotz aller Kampagnen. Wir treffen Einsatzkräfte der Feuerwehr Oyten, die in einem eindrucksvollen Video zeigen, wie sehr das die Retter behindert. Sie haben es in den sozialen Netzwerken gepostet, um auf das Problem aufmerksam zu machen. "Man fährt mit dem Gedanken los, dass man Menschen retten und helfen will, und wird dann durch Ignoranz und Doofheit an seinem eigentlichen Tun gehindert", sagt Jens Rebers. "Und das macht einen sehr, sehr, sehr wütend." Cornelius Traupe fordert deshalb ein Fahrverbot: "Das tut am meisten weh, der Führerschein ist nicht so einfach wiederzukriegen", sagt er. "Im Moment haben wir ein Bußgeld von 20 Euro, das merkt keiner, das wird überwiesen und dann ist es schon wieder vergessen."

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 07.04.2017 | 19:30 Uhr