Stand: 23.06.2017 12:48 Uhr

Thema der Woche: Ferienzeit

Bild vergrößern
Wir treffen Niedersachsen, die ihr Geld dann verdienen, wenn andere Urlaub machen. (Themenbild)

Diese Woche beginnen in Niedersachsen die Sommerferien. Viele Familien fahren in den Urlaub, andere planen Ausflüge in ihrer Region. Eltern und Kinder freuen sich darauf, in diesen Wochen viel Zeit miteinander zu verbringen. Für einige Familien trifft das allerdings nicht zu, sie haben in den Sommerferien ganz besonders viel zu tun. Wir treffen Niedersachsen, die ihr Geld genau dann verdienen, wenn andere Urlaub machen und begleiten sie bei den Vorbereitungen auf die Hochsaison. Dabei besuchen wir unter anderem einen Ferien-Bauernhof in Ostfriesland, einen Heide-Ranger und Schloss Dankern im Emsland. Es geht um einen kleinen Freizeitpark, der um Besucher wirbt, und um Stadtrand-Erholung für Daheimgebliebene in Braunschweig. Und wir fragen, warum die Insel Langeoog ohne ausländische Saisonarbeiter aufgeschmissen wäre.

03:27 min
04:14 min
03:47 min
03:44 min

Ferien auf dem Bauernhof

Arbeiten, wenn andere Ferien machen, das ist für Familie Saathoff Alltag. Sie betreibt einen Ferien-Bauernhof in der Krummhörn in Ostfriesland und hat in der Saison jeden Tag Urlauber im eigenen Haus. Das war zunächst eine ganz schöne Umstellung: "Wenn das Haus voller Gäste ist, muss immer alles auf den Punkt sein", sagt Diane Saathoff, die in ihrem alten Hof insgesamt sechs Ferienwohnungen eingerichtet hat. Gleichzeitig kümmert sich Gerd Saathoff ums Heu und die 75 Milchkühe. Nur von ihnen zu leben, wäre wirtschaftlich allerdings kaum machbar. Und so sichern die Ferienwohnungen als zweites Standbein den Betrieb. Dabei wollen die Urlauber auch gern mal auf dem Hof mit anpacken, um dieses ganz besondere Lebensgefühl mitzuerleben. Die Saatshoffs freuen sich immer, wenn die Saison zu Ende geht und sie wieder mehr Zeit und Ruhe für sich haben. Gleichzeitig sagen sie aber: "Wenn die Saison wieder losgeht, dann freuen wir uns auch."

Rasti-Land

Der Kinderfreizeitpark Rasti-Land in Salzhemmendorf in der Nähe von Hameln ist ein echter Familienbetrieb, den es schon seit mehr als 40 Jahren gibt. Viele kennen den Park noch aus ihrer Kindheit. Für einige der Mitarbeiter war das wohl auch ein Grund, sich dort einen Job zu suchen. Wir treffen unter anderem Ralf Krusche, der schon seit 17 Jahren hier arbeitet. Er ist schon ein bisschen stolz, dass seine Bobbahn so beliebt ist. Insgesamt sollen auch in diesem Jahr 400.000 Besucher in den Park kommen. Dafür muss man sich etwas einfallen lassen und investieren. Die Kosten sind enorm, die Rafting-Bahn zum Beispiel wird erst gegen Mittag hochgefahren, weil sie jede Stunde Strom für 100 Euro verbraucht. Damit sich das rechnet, müssen die Besucherzahlen stimmen und dabei sind die Ferien die wichtigste Zeit des Jahres.

Ferienpark Schloss Dankern

Der Ferienpark Schloss Dankern im emsländischen Haren ist einer der größten Ferienparks in Deutschland. Seit über 45 Jahren ist er in Besitz einer Familie, die auch auf dem Gelände lebt. 1,1 Millionen Besucher kamen im vergangen Jahr für ein paar Urlaubstage oder einen Kurztrip hierher. Während der Ferien arbeiten jeden Tag rund 450 Mitarbeiter im Park, um die riesige Anlage in Schuss zu halten. Wir schauen hinter die Kulissen und treffen unter anderem Rita Stamm. Für sie und ihre Kolleginnen ist der Bettenwechseltag ein Großkampftag. Während ein Teil der Gäste abreist, bringen rund 140 Mitarbeiter im ganzen Park die Ferienhäuser auf Hochglanz und beziehen rund 200 der insgesamt 750 Häuser neu. René Schulz ist der technische Betriebsleiter und immer auf dem riesigen Gelände unterwegs. An einem durchschnittlichen Tag läuft er dabei bis zu zehn Kilometer zu Fuß. Denn an einem Ort, wo so viele Besucher sind, geht auch viel kaputt. Und spätestens, wenn auch in NRW die Ferien begonnen haben, sind im Ferienpark Schloss Dankern bis zu 10.000 Menschen gleichzeitig.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 23.06.2017 | 19:30 Uhr