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Kegelrobbe auf Helgoland
Helgoland ist Deutschlands einzige Hochseeinsel und etwas ganz Besonderes. Seit Jahrhunderten trotzt der rote Felsen den Elementen und bietet Mensch und Tier einen Zufluchtsort inmitten der rauen Nordsee. Tausende Zugvögel rasten hier auf ihrem Kräfte zehrenden Weg über die Deutsche Bucht, Seehunde und Kegelrobben bringen an den Stränden ihre Jungen zur Welt.
So klein die Insel mit 1,5 Quadratkilometern auch ist, bietet sie doch zu jeder Jahreszeit grandiose Naturschauspiele. Vor der Küste jagen Basstölpel in spektakulären Flugmanövern nach Fisch, am winterlichen Strand kämpfen massige Kegelrobbenbullen um die Weibchen, und wenn im Sommer die aufgeregten Rufe tausender Seevögel die roten Klippen erfüllen, ist es Zeit für den Lummensprung. Dann stürzen sich hunderte noch flugunfähige Trottellummenküken todesmutig aus dem Fels in die Tiefe, gelockt von ihren Eltern. Ein Spektakel, das sich die Mitarbeiter der Vogelwarte Helgoland nicht entgehen lassen. Alljährlich zählen und beringen sie die jungen Lummen und helfen auch mal nach, wenn der Sprung ins Wasser nicht glückt.
Anziehungspunkt für Vogelkundler
Das Hauptinteresse der Vogelforscher aber gilt dem Vogelzug. Seit über 100 Jahren werden die Frühjahrs- und Herbstwanderungen der Zugvögel von den Wissenschaftlern des Instituts für Vogelforschung dokumentiert und ausgewertet. Der Film „Helgoland- Insel im Sturm“ zeigt die Vielfalt und die Besonderheiten der roten Insel und gibt darüber hinaus faszinierende Einblicke in die Arbeit der Vogelkundler.
Filmen in freier Natur ist von vielen Unwägbarkeiten beeinflusst. Wissen und ein Quäntchen Glück gehören dazu. Kameramann Robert Morgenstern erzählt von solchen Glücksmomenten.
Helgoland: eine Liebeserklärung
Zwei Jahre lang haben Robert Morgenstern und sein Team die Atmosphäre und Geschichten Helgolands eingefangen und zu einem eindrücklichen Porträt der Insel und seiner Bewohner verwoben. Es sind die Urelemente und Stimmungen, die Helgoland den ganz besonderen Zauber verleihen. Die wogenden Wassermassen, das kräftige Farbenspiel des Abendrots, die Weite des Sternenhimmels über dem blitzenden Leuchtfeuer und das Rauschen der Vogelschwärme in der Nacht.
Colin Puprecht und Robert Morgenstern (mit Kamera) beim Dreh
Regie: Robert Morgenstern
Der Einsatz von Zeitlupen und Zeitraffern lässt diesen besonderen Rhythmus der Insel lebendig werden. Kranfahrten und extrem stabile Flugaufnahmen ergänzen die besonderen Perspektiven und liebevoll gefilmten Tieraufnahmen. Robert Morgenstern zeichnet in seinem Erstlingswerk ein einfühlsames und bildgewaltiges Porträt von Deutschlands einziger Hochseeinsel. Gelungen ist ihm eine eindrucksvolle Liebeserklärung an Helgoland und seine menschlichen und tierischen Bewohner.
An einem Tier- und Naturfilm arbeiten weit mehr Menschen mit als die, die im Abspann genannt werden. Regisseur Robert Morgenstern über eine wunderbare Zusammenarbeit.
Buch und Regie: Robert Morgenstern, Kamera: Robert Morgenstern; Alexander Haßkerl, Producerin: Britta Kiesewetter.