Expeditionen ins Tierreich

Madagaskar (2) - Im Reich der kleinen Drachen

Mittwoch, 10. Mai 2017, 20:15 bis 21:00 Uhr
Donnerstag, 11. Mai 2017, 14:15 bis 15:00 Uhr

Madagaskar: eine Insel, ein Mythos. Nirgendwo sonst leben so viele skurrile Tiere wie dort, vom struppigen Fingertier über den leuchtend roten Giraffenhalskäfer bis zum vermutlich kleinsten Chamäleon der Erde, das gerade einmal die Größe einer Ameise erreicht. Seit Jahrmillionen liegt die Insel im Indischen Ozean isoliert, sodass sich dort abseits der Kontinente eine eigene und oft eigenartige Tier- und Pflanzenwelt entwickeln konnte.

Die zweiteilige BBC-Naturdokumentation "Madagaskar" erzählt mit spektakulären und seltenen Filmaufnahmen die Geschichte dieser "Naturwunderwelt".

Strategien gegen lebensfeindliche Bedingungen

In der zweiten Folge "Im Reich der kleinen Drachen" geht es um die Überlebensstrategien der Tiere, die in den extrem trockenen Regionen Madagaskars, in Dornenwäldern und Savannen zu Hause sind. Einfallsreich begegnen die Kreaturen den lebensfeindlichen Bedingungen der Insel.

Die skurrilen Tiere der Insel

Madagaskar ist eine Insel der Extreme: Während dichte, äußerst nasse Regenwälder den Osten prägen, ähneln der Westen und Süden eher einer Wüste. Sengende Hitze und meist monatelang kein Regen. Wie können Tiere und Pflanzen hier überhaupt leben?

Trinkwasser aus dem Meer und aus Höhlen

Flamingos brüten an einem riesigen Salzsee im Süden der Insel. Sie fliegen über 400 Kilometer weit aus Afrika auf die Insel, um hier zu brüten. Flamingos gehören zu den wenigen Wirbeltieren, die unter solchen Bedingungen überleben können, sie können das extrem salzige Wasser sogar trinken.

Doch Lemuren haben selbst diese Region für sich erobert: Kattas sind Überlebenskünstler, Trinkwasser finden sie in Höhlen, die aus unterirdischen Flusssystemen gespeist werden. Sogar Fische leben in den Gewässern unter Tage. Sie sind farblos und haben keine Augen mehr, wozu auch, in ihrer dunklen Welt? Doch warum sie mit dem Bauch anstatt mit dem Rücken nach oben schwimmen, ist bis heute selbst Wissenschaftlern ein Rätsel.

Überleben im Ei

Zu den bizarrsten Tieren Madagaskars gehören die Chamäleons. Ihre Vielfalt auf der Insel ist riesig, von laubfarbenen Miniexemplaren bis zum Riesenchamäleon. Im Süden der Insel lebt eine besonders merkwürdige Art. Sie verbringt die meiste Zeit ihres Lebens im Ei, acht bis neun Monate. Nach dem Schlüpfen wachsen die kleinen Chamäleons dann rasant heran. Sobald sie erwachsen sind, kommt es zu erbitterten Kämpfen der Männchen um die Weibchen. Kurz nach der Paarung und Eiablage sterben die Tiere, nur wenige Monate nach ihrer Geburt. Kein anderes Wirbeltier hat einen so kurzen Lebenszyklus wie dieses Chamäleon, aber ihre Strategie macht Sinn: Nur ihre Eier müssen die Trockenperiode überstehen, die geschlüpften Tiere würden diese Zeit ohne Wasser kaum überleben.

Von cleveren Lemuren über igelartige Tenreks bis zu Spinnen, die in Schneckenhäusern wohnen: Die exotische und vielfältige Tierwelt der Insel ist weltweit einzigartig. Madagaskar, eine nahezu magische Insel.

Redaktion
Ralf Quibeldey
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Autor/in
Mike Gunton
Regie
Mike Gunton