Mujib - Ohne Eltern auf der Flucht

Ein Film von Pia Lenz

Freitag, 17. Juli 2015, 21:15 bis 21:45 Uhr
Samstag, 18. Juli 2015, 08:30 bis 09:00 Uhr

Der afghanische Jugendliche Mujib

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Mujib ist 13 Jahre alt, als er sich in Afghanistan für die Taliban "ins Paradies bomben" soll. Verzweifelt gibt ihn seine Mutter in die Hände von Schleusern, um ihn zu retten. Sie sollen ihn nach Europa bringen.

Traurige Wirklichkeit in Hamburg

Zwei Jahre ist Mujib auf der Flucht. Im Februar 2014 kommt er schließlich in Hamburg an und fasst Hoffnung: Er wünscht sich einen Freund, möchte Fußball spielen und zur Schule gehen. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus in einer Hafenmetropole, die so stolz auf ihre Weltoffenheit ist.

Minderjährige Flüchtlinge in Hamburg

  • 879 Flüchtlinge wurden 2014 von den Behörden als minderjährig anerkannt
  • mehr als doppelt so viele gaben an, jünger als 18 Jahre zu sein - aber die Behörden glaubten ihnen nicht
  • 753 minderjährige Flüchtlinge zählt die Hansestadt aktuell in der Erstversorgung - es gibt aber nur 548 adäquate Plätze
  • knapp 170 neue Plätze für junge Flüchtlinge sollen in den kommenden Monaten in Hamburg eingerichtet werden

(Quelle: Landesbetrieb Erziehung und Beratung Hamburg, Stand: Juli 2015)

Mujib ist nur einer von Tausenden jungen Flüchtlingen, die in Deutschland ein neues Leben beginnen möchten. Sie kommen ohne Eltern oder Verwandte aus Afghanistan, dem Irak, Somalia oder Syrien. In ihrer Heimat haben sie keine Zukunft und fürchten um ihr Leben.

Behörden glauben dem Teenager nicht

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge haben in Deutschland das Recht auf besonderen Schutz und Fürsorge. Doch Städte wie Hamburg sind offenbar überfordert mit dem wachsenden Zustrom. Diese häufig traumatisierten Kinder und Jugendlichen bräuchten dringend Hilfe. Stattdessen werden viele Ankömmlinge schnell einmal für volljährig erklärt, wenn die entsprechenden Papiere fehlen.

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Mujib glaubten die Hamburger Behörden nicht, dass er jünger als 18 Jahre ist. Sein Aussehen und ein kurzes Gespräch genügten den Behördenmitarbeitern, um ihn als "sicher volljährig" einzustufen. Damit ist er keine Ausnahme, berichten Insider aus der Behörde. Für den Teenager beginnen Monate des Wartens und Hoffens, in denen er manchmal den Mut verliert. Doch der Junge hat auch Helfer, die ihn auf seinem Weg begleiten.

Festung statt weltoffene Stadt

Die Autorin Pia Lenz - ausgezeichnet mit dem Deutschen Fernsehpreis 2013 - hat Mujib ein Jahr lang mit der Kamera begleitet. Entstanden ist eine sehr persönliche Reportage, die die Ereignisse konsequent aus Mujibs Sicht erzählt. So erlebt man durch die Augen eines hilfsbedürftigen Jugendlichen, wie eine weltoffene Stadt wie Hamburg plötzlich zur Festung wird.

Gestrandet in (k)einer besseren Welt

Autor/in
Pia-Luisa Lenz
Regie
Pia-Luisa Lenz
Kamera
Pia-Luisa Lenz
Redaktionsleiter/in
Anja Würzberg
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Schnitt
Andrea Feldtmann
Grafik
René Schaar
Omar Ayobi
Sprecher/in
Marie Löcker
Julian Sengelmann

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