Flüchtlingskinder - mit Judith Rakers

Freitag, 15. Mai 2015, 21:15 bis 21:45 Uhr
Samstag, 16. Mai 2015, 08:30 bis 09:00 Uhr

Mehr als 4.000 Kinder und Jugendliche sind im vergangenen Jahr alleine nach Deutschland geflüchtet - sechs Mal so viele wie noch fünf Jahre zuvor. Insgesamt leben in Deutschland etwa 14.000 junge Menschen, die ihre Eltern verlassen mussten, weil ihr Leben bedroht war oder sie keine Zukunft mehr in ihrer Heimat sahen. Judith Rakers trifft einige der Flüchtlinge in Hamburg. Trotz der belastenden Vergangenheit spürt sie bei den Jugendlichen vor allem die Hoffnung auf ein neues, besseres Leben in Deutschland.

Zu Besuch in einer Jugendwohngruppe

Wie leben unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland? Wie können sie hier Fuß fassen, trotz der Traumata, der Flucht und dem Verlust der Familie? Was tun die Jugendlichen, um sich eine Zukunft aufzubauen? Welche Hürden stehen ihnen dabei im Weg? Welche Chancen haben sie auf Integration? Diesen Fragen geht Judith Rakers in der Kinder- und Jugendwohngruppe Blomkamp nach. Hier leben zwei deutsche Jugendliche und neun Flüchtlingskinder. Mahmoud ist der Jüngste der Wohngruppe und erst zwölf Jahre alt. Vor neun Monaten flüchtete er allein aus Ägypten. Mahmoud leidet stark unter dem Verlust seiner Eltern, doch die Betreuer und Jugendlichen der Wohngruppe tun alles, um Mahmoud eine Ersatzfamilie zu sein.

Erfolgserlebnisse im Sport

Von der Zerrissenheit jugendlicher Flüchtlinge erfährt Judith Rakers in der Begegnung mit dem 18- jährigen Ehsan. Als sie ihn zu seiner Theaterprobe von Homers Odyssee begleitet, erlebt Judith Rakers, wie der Verlust von Heimat und Elternhaus den Jungen geprägt hat. Gleichzeitig kämpft er darum, sich in Deutschland eine Zukunft als Luft- und Raumfahrttechniker aufzubauen. Erfolgserlebnisse im Sport sucht ein Mitbewohner von Ehsan: Mohamed trainiert mit einer Jugendmannschaft des FC St. Pauli. Es gelingt ihm durch Einsatz und sportlichen Ehrgeiz, zu einem unverzichtbaren Teil der Mannschaft zu werden.

Berufswunsch Polizist

Der 17-jährige Sami wurde als Jeside im Irak verfolgt. Sami will Polizist werden, so wie sein Vater. Kein ungewöhnlicher Berufswunsch, erfährt Judith Rakers. Viele Jugendliche haben in ihrer Heimat korrupte Behörden erlebt oder mussten mit ansehen, wie Angehörige als Polizisten bedroht und verfolgt wurden. Wiedergutmachung und der Wunsch nach Sicherheit und Ordnung wecken in vielen jugendlichen Flüchtlingen den Wunsch, selbst Polizist zu werden. Judith Rakers besichtigt mit Sami ein Polizeikommissariat - der Anblick der Gefängniszellen löst gemischte Gefühle bei dem Jugendlichen aus und die Einstellungsberaterin erklärt, welche schulischen Voraussetzungen Sami für den Polizeidienst erfüllen muss. Wird Sami an seinem Ziel festhalten und seinen Weg trotz der hohen Anforderungen gehen?

Während der Dreharbeiten kommt es zu einer tödlichen Messerstecherei zwischen zwei Flüchtlingen an einer benachbarten Schule. Rohe Gewalt auf der einen, engagierte jugendliche Flüchtlinge auf der anderen Seite. Ruhin Ashuftah erklärt, wie es zu solchen Extremen kommt und Judith Rakers konfrontiert die Jugendlichen der Wohngruppe mit dem Vorfall.

Weitere Informationen

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Moderation
Judith Rakers
Redaktion
Jürgen Meier-Beer
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Autor/in
Tina Dauster
Producer
Michaela Hummel
Regie
Tina Dauster