Flohmarktgeschäfte

Überleben mit altem Gerümpel

Samstag, 02. Mai 2015, 08:30 bis 09:00 Uhr

Das Feilschen beginnt schon kurz nach Mitternacht. Noch bevor die Händler ihre Stände aufgebaut haben, geistern Schnäppchenjäger mit Taschenlampen über den Platz und suchen in Bergen von Gerümpel nach Verwertbarem. Der "Basar der Nationen" an der Trabrennbahn in Hamburg-Bahrenfeld gehört zu den größten Flohmärkten Norddeutschlands. Er ist ein Umschlagplatz für alles, was in deutschen Haushalten ausrangiert wird: vom Schmuckkästchen bis zur Gefriertruhe.

Die Reportage begleitet Tommy auf seinen Kontrollrunden über den Flohmarkt. Er arbeitet für den Veranstalter und sorgt für Ordnung im Flohmarkt-Chaos, weist die Händler ein, die mit ihren Transporter die ganze Nacht über auf das Gelände rollen. Viele von ihnen kennt er seit Jahren. Mohamed zum Beispiel. Er ist Roma und kommt jeden Samstag aus Rendsburg nach Hamburg. Mohamed hat sechs Kinder und hält seine Familie mit dem Sammeln von Sperrmüll über Wasser. Was er in der Woche ergattern kann, bietet er auf dem Flohmarkt an.

Gebrauchtes ist in ärmeren Ländern begehrt

Gebrauchtes aus Deutschland ist in ärmeren Ländern begehrt. Händler aus Polen sammeln Fahrräder, Rasenmäher und Elektrogeräte, um sie dort zu verkaufen. Afghanen erstehen massenweise gebrauchte Teppiche und schicken sie in ihre Heimat. Afrikanische Aufkäufer feilschen um jeden Euro und legen auf dem Markt ganze Lager mit Hausrat an. Die Waren werden später per Container nach Westafrika verschifft. Dieser Exporthandel ist ein gut organisiertes Geschäft.

Nicht nur für Profis, auch für Sammler und ganz normale Flohmarktgänger lohnt sich ein Besuch. Denn zwischen all dem Gerümpel und Sperrmüll kann man für ein paar Euro auch echte Schnäppchen machen.

Regie
Ute Jurkovics
Autor/in
Ute Jurkovics
Regie
Julian Prahl
Autor/in
Julian Prahl
Redaktion
Kuno Haberbusch
Redaktionsleiter/in
Dirk Neuhoff
Produktionsleiter/in
Michael Schinschke