die nordstory Spezial - Geschichten aus dem Gutshaus

Mit Mut, Mörtel und ohne Millionen

Sonntag, 14. Februar 2016, 14:00 bis 15:30 Uhr

Ein Gutshaus in Mecklenburg-Vorpommern

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Wie kein anderes Bundesland ist Mecklenburg-Vorpommern voll von historischen Herrenhäusern, Gutshäusern, Gutsschlössern und Wasserburgen. Über 2.000 verschiedene Objekte gibt es. Viele sind verfallen, nur zweihundert werden zur Zeit benutzt oder bewohnt. Aber ständig gibt es ein paar neue Verwegene, die sich dem einen oder anderen verlassenen Gutshaus annehmen.

"Ich hab das Haus aus einer Laune heraus gekauft", grinst Sönke Johansson. "Es hätte zwar nur einen Euro kosten sollen, so stand es im Auktionskatalog, aber am Ende der Versteigerung habe ich natürlich mehr dafür bezahlt." Das Gutshaus von Dersentin bei Teterow war ein klassizistisches Geisterhaus. Umrahmt von einer alten LPG und verkommenen Ställen. Leerstand, Putz ab, Fenster hohl. Aber Sönke Johannsen, der Pharma-Manager aus Berlin, machte sich an die Arbeit: Öfen heizen, Keller räumen, Dach dichten. Probleme lösen, das kann er gut. Und so glänzt das Haus bald mit neuer Fassade, Magnolienallee und Park.

Drei mutige Projekte zur Rettung verfallener Guthäuser

Ein Gutshaus in Kobrow

"Angst", wiederholt Phillip Kaszay nachdenklich. "Ich habe keine Angst vor diesem Projekt. Wovor soll ich noch Angst haben? Mir ist doch schon das Schlimmste passiert, was einem passieren kann." Phillip hat seine Frau unter der Geburt des zweiten Kindes verloren. Und um dem Leben, dem Rest von Leben, wie er es sagt, einen Sinn zu geben hat Phillip seinen Job in Ulm gekündigt und ist mit Tochter Paula nach Mecklenburg gezogen. Er hat eine Mission. Er will ein Gutshaus! Er will ein Lebenswerk, sich daran abarbeiten als eine Art Eigentherapie. In Kobrow hat er sein Gutshaus gefunden. Phillip hat unendlichen Mut, macht sich an die Sisyphusarbeit und erlebt so manchen Rückschlag.

Gut Rensow und ein neues Projekt

Auf Gut Rensow wird nicht mehr gebaut. Die neuen Eigentümer Knut Splett-Henning und Lebensgefährtin Christina von Ahlefeld haben sich in dem uralten Haus ländlich barock eingerichtet, halten Schafe, ernten Kartoffeln und beherbergen illustre Gäste in ihrem malerischen Haus, das wie aus der Zeit gefallen scheint. Christina kommt aus Kopenhagen, aber fühlt sich pudelwohl in Mecklenburg. Schließlich haben die "von Ahlefelds" auch mal ganz in der Nähe gewohnt, im Nachbardorf fanden die beiden die Familieninitialen an einem Portal. "Wir wollen wieder das sein," sagt sie, "was das Gutshaus früher auch oft war. Nämlich das Zentrum des dörflichen Lebens." Aber Knut Splett-Henning hat derweil schon ein neues Objekt entdeckt, das er aus dem Dörnröschenschlaf erwecken will. Sprichwörtlich. Das barocke Gutshaus von Dölitz - nur fünfzehn Kilometer von Rensow entfernt - und total eingewachsen.

Produktionsleiter/in
Stephan Helms
Redaktion
Birgit Müller
Autor/in
Steffen Schneider