die nordstory - Menschen an der Seeve

Montag, 30. Oktober 2017, 15:00 bis 16:00 Uhr

Günter Gabers streichelt ein Schaf. © NDR/MfG-Film GmbH, honorarfrei

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An ihrer Quelle sind Autos verboten, im weiteren Verlauf kämpfen Ehrenamtliche für den Gewässerschutz und an ihren Deichen macht ein eigensinniger Tierschützer immer wieder von sich reden; die Menschen an der Seeve sind dem kleinen Heidefluss außerordentlich stark verbunden.

Mit der Kutsche durch Wald und Heide

Zwischen grünen Heidewiesen und Waldstücken windet sich die Seeve auf 41 Kilometern von Wehlen bis zur Elbe. Im Quellgebiet des Heideflusses, am Fuße des Wilseder Berges, mitten in der Lüneburger Heide sind Autos nicht erlaubt. Wer die Schönheit der Heidelandschaft erleben möchte kommt zu Fuß, mit dem Rad oder der Pferdekutsche. Heiko Röhrs ist im Quellgebiet der Seeve mitten in der Lüneburger Heide aufgewachsen und macht als Kutscher Einheimischen wie Touristen jeden Sommer auf die Naturschönheiten dieser Gegend aufmerksam.

Die "Seevefreunde Nordheide"

Den besonderen Lebensraum der Seeve zu erhalten, hat sich Erwin Kausch mit seinem Team der "Seevefreunde Nordheide" zur Aufgabe gemacht. Denn die Artenvielfalt der Seeve ist durch die Versandung des Flusses in Gefahr. Deshalb bringen er und sein Team Totholz und Steine als Schutzzonen für Forellen ein, bepflanzen Uferböschungen und helfen so, das kleine Naturparadies zu erhalten.

Die Nutzung des Heideflusses

Die gute Wasserqualität der Seeve versorgt auch die Forellenteiche der Familie Kröger. Mit alten Stau- und Wehranlagen regelt die Familie den Wasserzulauf des Heideflusses. Auch in Maschen Horst wird das Wasser des schnellfließenden Flusses genutzt. Die fast 500 Jahre alte Horster Mühle steht direkt am Ufer der Seeve. Seit 125 Jahren wird sie nun schon von der Familie Schmanns betrieben und läuft noch immer - meistens allerdings nicht mehr zum Getreidemahlen, sondern zur Stromerzeugung für den Betrieb des Restaurants.

Norddeutsche Originale

Für die Schafe von Günter Garbers sind die Deiche im mittleren Seeveabschnitt Weidefläche und Lebensgrundlage. Der Tierschützer hat viele von ihnen vor der Schlachtung gerettet und nutzt die verschiedenen Rassen nun als Landschaftspfleger. Günter Garbers ist ein norddeutsches Original: Er lebt ein ungewöhnliches, selbst gewähltes Leben ohne Strom, Konsum und Luxus. Nachts schläft er in einem VW-Bus bei seinen Tieren.

Auch im Mündungsgebiet der Seeve sorgen tierische Landschaftspfleger für einen besonderen Naturschutz: Galloways beweiden hier die Flächen der Seevengeti. Magerrasen, Dornenbüsche und offene Sandflächen erinnern eher an die Steppen Ostafrikas als an die typische Elbmarschlandschaft. Die nordstory nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise entlang der Seeve und zeigt Norddeutsche mit tiefer Verbundenheit zu ihrer Heimat.

Redaktionsleiter/in
Marlis Fertmann
Produktionsleiter/in
Stephan Helms
Autor/in
Petra Peters
Redaktion
Susanne Wachhaus