Stand: 24.01.2017 11:39 Uhr

Chat mit Dr. Riedl: Das Protokoll zum Nachlesen

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Internist und Diabetologe Dr. Matthias Riedl hat das Medicum Hamburg mit der Schwerpunkt-Praxis Ernährungsmedizin gegründet.

Essen als Medizin - zum Beispiel bei Diabetes Typ 2: Kann auch ich vom Insulin wieder loskommen? Was muss ich beachten, wenn ich multiple Intoleranzen habe, also Fruktose, Laktose und andere Inhaltsstoffe nicht vertrage?

Nach Folge 12 von Die Ernährungs-Docs war Dr. Matthias Riedl im Chat. Der erfahrene Ernährungsmediziner und Diabetologe hat Ihre Fragen beantwortet. Hier finden Sie das Chatprotokoll im Klartext zum Nachlesen.

Unbekannt: Ich muss wegen idiopathischer Gastroparese mehrere kleine energiereiche Mahlzeiten zu mir nehmen. Dennoch komme ich nur auf ca. 1.000 Kalorien am Tag und werde zusätzlich parenteral ernährt. Hochkalorische Trinknahrung vertrage ich leider nicht. Welche energiedichten, aber dennoch leicht verdaulichen Lebensmittel empfehlen Sie mir?

Dr. Matthias Riedl: Milchprodukte sind ideal. Aber grundsätzlich sollte bei einem Ernährungsmediziner die aktuelle Ernährung analysiert werden, da es bei dieser geringen Energiemenge zu einer Fehlernährung kommen kann. Unbedingt Rat einholen!

Unbekannt: Bei mir wurde eine intestinale Fehlbesiedelung festgestellt. Durch Symbioflor/SymbioLact A haben sich die Magen-/Darmprobleme verbessert, jedoch leide ich noch immer an einem aufgeblähten Bauch vor allem nachmittags/abends. Wie kann man herausfinden, woher dieser kommt? Kann eventuell die Ernährung ein Grund sein? Esse eher Kohlenhydrate/Zucker/Eiweiß, da Gemüse und Obst die Symptome verschlimmern.

Riedl: Vermutlich liegt - wie heute im Film - ein Multi-Intoleranz-Syndrom vor. Hier müssen die Intoleranzen gegen Fruktose, Laktose und Sorbit sicher ausgeschlossen werden. Eventuell steht eine Aufbaudiät an. Ohne einen fachlichen Rat von einem Ernährungswissenschaftler/-mediziner werden Sie in dieser komplexen Angelegenheit allerdings nicht weiterkommen.

Bettina 86: Mir ist seit fast drei Jahren bekannt, dass ich Morbus Crohn habe. Ich nehme täglich 150 mg Azathioprin und 2 g Pentasa Xtend. Da ich gerne von meinen Medikamenten wegkommen möchte, würde mich Interessieren, ob Sie bei dieser Krankheit eine bestimmte Ernährung empfehlen können.

Riedl: Bei Darmentzündungen ist die Ernährung extrem wichtig und kann helfen, Rezidive zu verhindern. Dazu gehört auch eine antientzündliche Ernährung. Voraussetzung ist eine fachliche Analyse bei einem Ernährungsmediziner. Versäumen Sie das nicht. (Anm. der Red.: Morbus Crohn wird am 6. Februar in Folge 14 Thema der Ernährungs-Docs sein.)

Unbekannt: Ich esse sehr gern Haferflocken und möchte damit meinen Diabetes senken. Warum müssen die Haferflocken immer gekocht werden? Helfen sie im rohen Zustand mit kalter Milch, Fruchtsaft oder Joghurt nicht ebenso gut?

Riedl: Kalt ist besser als gar nicht, aber gekocht wirkt es besser. Am besten wirkt es als eine dreitägige Haferkur, die man alle drei bis vier Wochen wiederholt. Das senkt die Insulinresistenz für mehrere Wochen. Wer vom Diabetes wegkommen will, muss jedoch mehr tun: Kohlenhydrate reduzieren, mehr Gemüse und Eiweißoptimierung. Am besten lesen Sie das in unserem neuen Ernährungs-Docs-Buch "Diabetes" nach oder Sie suchen sich einen Diabetologen, der auch Ernährungsmediziner ist.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 23.01.2017 | 21:00 Uhr

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