Uwe Bahn: In Sachen Reise immer am Ball
Der bekannte Moderator und Autor stellt für DAS! nicht nur norddeutsche Reiseziele vor und gibt Ausflugstipps. mehr
Um auf dem höchstgelegenen Postamt Deutschlands eine Grußkarte abzuschicken, müssen Kartenschreiber 2.962 Höhenmeter zurücklegen. Genau so weit ist es bis zum Gipfel der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands. Ihren Namen verdankt die Zugspitze den zahlreichen Lawinenzügen an ihrer Nordwand. Der Ostgipfel gehört zu Bayern, ein Teil des Westgipfels zu Österreich.
Wer es bis zu diesem Restaurant geschafft hat, ist ganz oben - auf dem Gipfel von Deutschlands höchstem Berg.
Anders als in vielen Büchern erwähnt, wurde die Zugspitze ein halbes Jahrhundert früher als bisher angenommen zum ersten Mal bestiegen. Das belegt eine wiederentdeckte historische Karte aus der Zeit um 1770. Seitdem wird bezweifelt, dass Leutnant Josef Naus wirklich der erste Mensch war, der Deutschlands höchsten Gipfel erstürmte. Auf dem beschwerlichen Weg nach oben durchqueren Wanderer die wilde Höllentalklamm. Einfacher und viel schneller geht der Aufstieg mit den Zugspitzbahnen. Eine Zugspitzrundreise kostet 48 Euro, für Kinder 9 Euro. Die Bahnen starten in Garmisch-Partenkirchen sowie im kleinen Ort Grainau am Eibsee.
Schneegarantie auf Deutschlands höchstem Berg - Uwe Bahn fährt mit der Gondel auf den Gipfel der Zugspitze und ist überrascht von der Aussicht.
Die tiefste Temperatur, die je auf der Zugspitze gemessen wurde, lag bei minus 35,6 Grad im Februar 1940. Trotz der klirrenden Kälte bietet Deutschlands höchster Berg gerade in den Wintermonaten ein grandioses Panorama.
Am Gipfel dokumentiert eine Ausstellung den Aufstieg des Leutnants Josef Naus im Jahr 1820. Vergilbte Fotos, alte Tickets, Schaffnerzangen und Filme über den spektakulären Bau der Gletscherbahn sowie der Eibsee-Seilbahn machen die Geschichte der Zugspitze lebendig. Thema der Ausstellung ist auch die Technik der Zahnradbahn, die seit mehr als 70 Jahren die 25 Prozent Steigung hinauf zum Zugspitzplatt meistert. Der Eintritt zur Ausstellung ist kostenlos.
Neben einer meteorologischen Station und dem Münchener Haus befindet sich in Sichtweite des Gipfels eine Aussichtsplattform. Bei gutem Wetter hat man einen Rundumblick von bis zu 250 Kilometern. Wie gewaltige steinerne Sägeblätter ragen die mehr als 400 Gipfel in den Horizont. Darunter sind die zwei höchsten Gipfel Österreichs, der Großglockner (3.798 Meter) und die Wildspitze (3.768 Meter). Aus weiter Ferne grüßt der Piz Bernina mit seinen 4.049 Metern. Der Schweizer Gipfel ist der einzige Viertausender der Ostalpen.
Auf der Zugspitze, genauer auf dem Zugspitzgletscher, finden Skifahrer bis in den Mai hinein schöne Pisten.
300 Meter unterhalb des Gipfels liegt der Zugspitzgletscher, ein Skigebiet mit dem längsten Winter Deutschlands. Hier oben reicht er bis in den Mai. Sieben Monate Wintersport, 22 Pistenkilometer, 300 Tage im Jahr klirrende Kälte. Dafür scheint auf dem Zugspitzgletscher meistens die Sonne. Die genießen viele Skifahrer auf der Terrasse des Restaurants. Im Liegestuhl, den Sonnenstrahlen entgegenschlummernd, vergisst so mancher gerne seine nächste Abfahrt.
Wer länger auf der Zugspitze bleiben möchte, quartiert sich in Deutschlands höchstgelegenem Igluhotel ein. Das liegt auf 2.560 Meter Höhe. Vom Restaurant bis zum Igludorf sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Aus Tausenden Tonnen Schnee wurden dreizehn Schlafiglus, eine Bar und sogar ein Restaurant gebaut. Die Temperaturen liegen meistens um den Gefrierpunkt. Weil da Kuscheln allein nicht hilft, werden arktistaugliche Schlafsäcke ausgegeben. Die großen Räume bieten Platz für bis zu sechs Personen. Für Romantiker eignen sich kleine Iglus mit Doppelschlafsack und besonders hübschen Verzierungen an den eiskalten Wänden. Gegen kalte Füße ist ein heißes Bad im blubbernden Whirlpool empfehlenswert.