Uwe Bahn: In Sachen Reise immer am Ball
Der bekannte Moderator und Autor stellt für DAS! nicht nur norddeutsche Reiseziele vor und gibt Ausflugstipps. mehr
Im fruchtbaren Tal von Orotava lässt sich der Winter ganz einfach überspringen. Im Norden der kanarischen Insel Teneriffa ist es selbst in der kalten Jahreszeit selten kälter als 18 Grad. Damit gehört Orotava zu den reizvollsten Flecken auf Teneriffa. Etwa 40.000 Menschen leben in der gleichnamigen Gemeinde. Anders als im Süden von Teneriffa erlebt man hier echtes kanarisches Leben abseits der großen Tourismuszentren.
Uwe Bahn besucht La Orotava auf Teneriffa. Das fruchtbare Tal bietet neben seinem milden Klima auch historische Bauwerke und ein antikes Weingut.
Zwischen riesigen Bananenplantagen finden sich kleine Ortschaften, die sich zum Teil auch bequem zu Fuß erkunden lassen. Aufgrund des milden Klimas und der fruchtbaren Böden siedelten sich im 16. Jahrhundert zwölf Familien aus ganz Europa in Orotava an. Sie bauten Kartoffeln, Weintrauben, Zuckerrohr und Bananen an, verschifften ihre Ware in alle Welt. Mit der florierenden Landwirtschaft kam der Reichtum, der noch heute in vielen Orten, besonders aber in der Kleinstadt La Orotava zu sehen ist.
Steile Straßen führen zu einem der schönsten Aussichtspunkte auf Teneriffa: die Parkanlage Jardines del Marquesado de las Quinta Roja.
Was die Kleinstadt La Orotava so besonders macht, ist ihre zauberhafte Architektur. Besonders typisch sind die kunstvollen, dunklen Holzbalkone, die in fast jeder Straße farbenfrohe Häuser zieren. Rund um den blumengeschmückten Marktplatz schmiegen sich prächtige Adelshäuser und alte Kirchen, in deren Vorgärten Palmen wachsen. Einheimische und Touristen verweilen gern in einem der vielen Straßencafés. Ein Spaziergang durch die Stadt ist mitunter sehr anstrengend, die Straßen in La Orotava sind sehr steil. Wer es bis in die Parkanlage Jardines del Marquesado de la Quinta Roja schafft, dem bietet sich ein wundervoller Ausblick auf den Atlantik.
Zu den schönsten Kirchen der Insel gehört die Iglesia de Nuestra Seňora de la Concepción. Sie steht in der Altstadt von La Orotava und wurde von 1768 bis 1788 erbaut. Mit ihrer wuchtigen Kuppel und den beiden kleinen Türmchen ist die dreischiffige Hallenkirche ein Meisterwerk des Barocks.
Unbedingt sehenswert ist das historische Casa de los Balcones (Haus der Balkone) - dort sind die typischen Holzbalkone von Teneriffa zu bestaunen.
Das Haus der Balkone (Casa de los Balcones) befindet sich im historischen Zentrum von Orotava. Das architektonische Meisterwerk aus dem 17. Jahrhundert beherbergt eines der größten Handwerkszentren für Stickereien auf den Kanaren. Mittelpunkt des Hauses ist der mit tropischen Pflanzen bewachsene Innenhof. Hier werden kanarische Köstlichkeiten wie Wein und Palmenhonig verkauft. Vom Innenhof hat man einen hervorragenden Blick auf die meisterhaften Balkone, die allesamt aus Pinienholz gefertigt wurden.
Nur wenige Kilometer östlich von Orotava liegt El Sauzal, ein kleiner Ort mit langer Weintradition. In dem antiken kanarischen Weingut Casa del Vino La Baranda aus dem 17. Jahrhundert erfahren Besucher alles über die edlen Tropfen der Insel. Zum Museum gehören die größte hölzerne Weinpresse der Kanaren und eine Probierstube. Oft werden in der "Casa del Vino" auch Konzerte, Vorträge oder Ausstellungen durchgeführt. Die Weintradition auf Teneriffa beginnt im 15. Jahrhundert - mittlerweile werden mehr als 300 Weinsorten angebaut. Ein berühmtes lokales Erzeugnis ist der Malvasia Wein. Über ihn schrieb einst William Shakespeare, dass er die Sinne belebe und das Blut parfümiere.