Bücherjournal

Mittwoch, 05. Juli 2017, 00:00 bis 00:45 Uhr

Katastrophe Bienensterben - Maja Lundes Bestseller zu einem Menschheitsproblem

Weitere Informationen

Wenn die Bienen verschwinden

Kern von Maja Lundes Roman "Die Geschichte der Bienen" ist nicht die Umwelt-Botschaft, sondern das Schicksal dreier Menschen. Ihr reales Anliegen hat sie in eine packende Story gekleidet. mehr

Sie gelten als fleißig und unermüdlich, einige fürchten sie, dabei sie sind unsere wichtigsten Hilfsarbeiter:  Ohne Bienen müsste die Menschheit hungern. Wenn sie nicht die Blüten dieser Welt bestäuben, wächst nur noch ein Bruchteil unserer Nahrung. Doch es sterben immer mehr Bienenvölker als Folge von menschengemachter Umweltvergiftung, Monokultur und Schädlingsbefall. Diesem brisanten Thema widmet sich die Norwegerin Maja Lunde in ihrem Roman "Die Geschichte der Bienen". Über drei Zeitebenen erzählt sie von unserer Verbundenheit mit den emsigen Helfern, wie wir ihre Lebensgrundlagen zerstören und von den katastrophalen Folgen ihres Verschwindens für uns und unsere Kinder. Ein ebenso aufrüttelndes wie wichtiges Buch für unsere Zukunft.

Was ist deutsch? - Ein kluges Buch über das Selbstverständnis einer Nation

Weitere Informationen

Zwischen Weltbürgertum und Überheblichkeit

In "Was ist deutsch?" erzählt Dieter Borchmeyer von einem Volk, das sich unaufhörlich mit sich selbst beschäftigt. Und von der deutschesten aller Sehnsüchte: der nach dem Süden. mehr

Keine andere Nation hat so sehr um die eigene Identität gerungen und tut es bis heute. Dabei war Deutschland lange Zeit ein Fleckenteppich aus Einzelterritorien. Keine Nation, kein Nationalgefühl. Nur eine Sprache, die verbindet. Wie vielfältig und faszinierend im Lauf der Jahrhunderte über unsere Identität diskutiert wurde, das zeigt der Literaturwissenschaftler Dieter Borchmeyer in einem klugen und umfassenden Buch: "Was ist deutsch?". Er erzählt von einem Land zwischen Weltbürgertum und nationaler Überheblichkeit und der deutschesten aller Sehnsüchte: der nach dem Süden. Borchmeyer erklärt, was es für Deutschland bedeutet, sich entweder als Staats- oder als Kulturnation zu verstehen. Ein facettenreiches und eindrückliches Bild des deutschen Nationalcharakters.

Die schlimmste Form der Ausbeutung - Benjamin Pütters Buch gegen Kinderarbeit

Weitere Informationen
mit Audio

"Viele haben nie etwas anderes gesehen"

Benjamin Pütter kämpft seit Jahren gegen Kinderarbeit in Indien, er hat sie auf Fotos und Videos dokumentiert. Im Buch "Kleine Hände, großer Profit" gibt er einen Überblick. mehr

Kinderarbeit ist international verboten. Trotzdem schuften Millionen Kinder für Schmuck, Teppiche und Grabsteine. Die Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) schätzte im Jahr 2013, dass 78 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren allein in Asien und dem Pazifikraum arbeiten müssen. Viele der Waren landen in Deutschland und werden hier gekauft. Benjamin Pütter engagiert sich seit Jahren zu diesem Thema, er hat viele Beweise gesammelt, auf Fotos und Videos Kinderarbeit dokumentiert. In seinem neuen Buch "Kleine Hände - großer Profit" schreibt er fundiert und faktenreich über die systematische Ausbeutung der Kinder.

Frische Fische und gute Gedichte - Schriftstellerin Arezu Weitholz als Gast im Bücherjournal

Weitere Informationen
mit Video

Fisch in Reimform genießen

"Doro, die Dorade, liebte Marmelade": Seit Jahren verfasst Arezu Weitholz Lyrik über Wasserbewohner. Am 12. Juli erscheint ihr neues Buch "Der Fisch ist ein Gedicht". mehr

Aal Capone, Bernd, der Stör oder die Dorade Doro: Diese Fische sind literarische Figuren, sie stammen aus den Gedichten von Arezu Weitholz. Seit Jahren veröffentlicht die Schriftstellerin immer neue "Fischgedichte", schreibt in ungewöhnlicher Lyrik über Leben, Liebe und Leid der Meeresbewohner. Zum Beispiel: "Die blaue Forelle / schwamm im Gefälle / gegen ne Welle / jetzt hat se ne Delle."  Arezu, die aus Niedersachsen stammt und in Berlin lebt, hat als Journalistin für die "Süddeutsche Zeitung", den "Stern" oder die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" gearbeitet. Als Ko-Autorin hat sie Songtexte für Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer und die Toten Hosen verfasst. Jetzt hat sie ihre schönsten Gedichte für ein neues Buch zusammengestellt: "Der Fisch ist ein Gedicht" (erscheint am 12. Juli beim Kunstmann Verlag). "Der Fisch ist nass, das Meer ist weit, und alle träumen von Bongo Bongo zu zweit."

"Mein Bruder Che" - Juan Martín Guevaras Biografie über die Ikone der Revolution

Weitere Informationen
mit Audio

"Mein Bruder Che" - ein Buch gegen den Mythos

Che Guevara: Rebell, Erlösergestalt, Ikone. Nun schreibt Juan Martín Guevara ein Buch über seinen 15 Jahre älteren Bruder, der vor 50 Jahren starb, um "den Mythos zu zerstören". mehr

Längst ist der Mythos um Che Gueara überlebensgroß. Der Mensch dahinter: kaum sichtbar. Juan Martín, der jüngere Bruder, will das nicht hinnehmen. 50 Jahre nach dessen Tod hat er ein Buch über den Revolutionär geschrieben: "Mein Bruder Che". Darin berichtet er von der gemeinsamen Kindheit, Che ist ein lebhafter Junge aus großbürgerlichem Haus. Er schreibt von der Arbeit Che Guevaras als Industrieminister in Kuba, von der Revolution und dem frühen Tod 1967. Das Buch wirft einen intimen Blick auf eine ungewöhnliche Familie, aus der einer der ungewöhnlichsten Menschen des letzten Jahrhunderts kam.

Ein Leben als Junkie - Die Autobiografie des Musikers Günter Märtens

Bild vergrößern
Günter Märtens schreibt offen über sein früheres Leben als Junkie.

Seit Jahren spielt er den Bass bei Ulrich Tukur & den Rhythmus Boys -  und fällt auf der Bühne allein wegen seiner Größe auf: Günter Märtens, Musiker aus Hamburg. Er war vorher schon Mitglied bei verschiedenen Bands und arbeitete als Schauspieler in den Hamburger Kammerspielen oder im St. Pauli Theater. Doch seine Autobiografie, die er jetzt veröffentlicht, ist alles andere als die Erfolgsgeschichte des umtriebigen Künstlers. Märtens schreibt offen über sein früheres Leben als Heroin-Junkie, erzählt, wie er Ende der 70er-Jahre im schicken Hamburg-Blankenese in die Sucht abglitt, berichtet von Abstürzen, von Einbrüchen in Apotheken, von Drogen-Schmuggel bis hin zum Entzug. "Die Graupensuppe" ist eine sehr persönliche Geschichte vor dem Hintergrund der alten Bundesrepublik - von James Last bis Punk, von Alt-Nazis bis RAF.

Musiker und Schauspieler

Günter Märtens spielt seit 1972 in diversen Bands wie Die Freie Garage und Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys und arbeitet seit 1986 auch als Schauspieler: Unter anderem stand er im Theater Kampnagel in August Stramms "Rudimentär" und im St. Pauli Theater in "Einmal Casanova sein" auf der Bühne. Zudem hatte er kurze Auftritte in TV- und Filmproduktionen und ist seit 2008 Musiker und Bühnenartist im Hansa-Theater Hamburg.

Die dunkle Seite der Berge - Ein faszinierender Bildband des Fotografen Bernd Ritschel

Weitere Informationen

"Dark Mountains": Die dunkle Seite der Berge

Jahrelang widmete sich der Fotograf Bernd Ritschel der Schönheit der Berge. In seinem imposanten Bildband "Dark Mountains" stellt er nun ihre dunkle Seite heraus. mehr

Der Fotograf Bernd Ritschel wartete bei der Arbeit immer wieder viel zu lang auf das perfekte Wetter. Er war auf der Jagd nach dem vollkommenen Bild der Berge, denn es hieß: "Die Leute wollen das Schöne sehen!" Doch dann fragte sich Ritschel: Warum nicht mal die andere Seite zeigen, die dunkle, stürmische? Seitdem fotografiert er bei Wind und Wetter, bei Sturm und Gewitter. Er studierte die Landschaft in Patagonien, in Island und in den Alpen, schuf Bilder voller Dramatik und dunklen Farben. Jetzt sind sie in einem imposanten Bildband veröffentlicht: "Dark Mountains".

Moderation
Julia Westlake
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Katja Theile