45 Min - Obdachlos
Die Dokumentation zeigt Schicksale, die mit Lebens-Pech und persönlichem Versagen eigentlich jedem von uns passieren können. Begleitet werden Bommel, Hans Joachim und Diana.
Wiederholung der Sendung
02.03.2012 06:00 Uhr
45-Min-Autor Dethlev Cordts versucht, den Ursachen für die hohen Uranwerten im Trinkwasser auf die Spur zu kommen.
2008 sind im Dorf Palmzin bei Semlow in Mecklenburg-Vorpommern extrem hohe Uranwerte gemessen worden. Von einem Tag zum anderen brach die Versorgung mit Trinkwasser völlig zusammen. Die Menschen sorgten sich um ihre Gesundheit. Und auch wenn bis heute keine bleibenden Schäden bei Mensch und Vieh gemeldet wurden, war das anfangs keineswegs sicher. Ungeklärt blieb jedoch eine Frage: Wie konnte das Uran überhaupt ins Trinkwasser gelangen?
Die Recherchen von 45 Min haben ergeben, dass zu DDR-Zeiten wochenlang Düngemittel offen auf einem Acker in großen "Feldmieten" gelagert wurde. Genau gegenüber befand sich auch damals schon der Brunnen des Wasserwerks von Palmzin, nur dreihundert Meter entfernt, Hang abwärts. Dem NDR Autoren Dethlev Cordts und seinem Team wurde allerdings der Zugang zu den Ackerflächen verweigert, so dass es nicht möglich war, Bodenproben zu entnehmen.
Das Ministerium für Gesundheit und Soziales in Schwerin untersucht nach Auskunft des Bürgermeisters von Palmzin, Siegfried Schulze, noch immer, wo das Uran hergekommen ist. Bis heute, drei Jahre nach den Messungen, gibt es immer noch keine gesicherten Erkenntnisse. Auch das Landesamt für Umwelt, Naturschutz & Geologie, Mecklenburg-Vorpommern scheint an einer Ursachenforschung nicht besonders interessiert, glaubt Dethlev Cordts. Dabei wurden schon an über 20 Orten in Mecklenburg-Vorpommern unnatürlich hohe Uranbelastungen im Wasser gemessen.
Den Schwarzen Peter haben jetzt die Wasserversorger. Sie müssen die Grenzwerte fürs Trinkwasser einhalten und sie müssen für Lösungen sorgen. In Palmzin entschied sich der örtliche Wasserversorger dazu, einfach Wasser aus einem anderen Gebiet einzuspeisen und es mit dem mit Uran belasteten Wasser zu mischen. "Es zu verdünnen, ist zurzeit die günstigste Variante", sagt Hans Köhler von den Bottenland Wasserwerken. "Eine andere Variante wäre, hier neue Ionenaustauscher-Filter einzubauen. Die sind sehr teuer in der Betriebsführung und auch das Abbauprodukt, das Uran, das dort zurückgehalten wird, kann man schlecht zurzeit in Deutschland entsorgen."