45 Min - Neues vom Biotier
Sven Jaax geht der Frage nach, ob "öko" grundsätzlich artgerechter ist. Und er fragt sich, ob es Kompromisse zwischen ökologischer und konventioneller Haltung gibt.
Wiederholung der Sendung
25.05.2012 06:00 Uhr
In Florida färbt die sogenannte Red Tide das Wasser blutrot, in der Ostsee ziehen Massenblüten von Cyanobakterien (Blaualgen) braun-grüne Schlieren und auf den Philippinen zerstören die Algengifte die Lebensgrundlage von Fischern und Muschelzüchtern. Doch nicht alle Meeresalgen sind toxisch, im Gegenteil: Algen sind ein wichtiger Bestandteil mariner Ökosysteme.
Blaualgen auf einem See
Algen kennt man oft vom Strandurlaub oder aus Badeseen, doch sie existieren beispielsweise auch in heißen Quellen, in Wüstengegenden und im antarktischen Eis. Der überwiegende Teil dieser Gruppe niederer Pflanzen lebt jedoch meist unter Wasser, hauptsächlich in den Ozeanen, aber auch in Süßwasser. Zur Gesamtheit der bekannten Algen gehören Schätzungen zufolge etwa 115.000 Arten. Unter ihnen sind sowohl Einzeller, als auch bis zu drei Meter lange Großalgen wie der Seetang zu finden. Letzteren gibt es unter den Grün-, Rot- und Braunalgen. In der Wissenschaft sind bislang etwa 20.000 Mikroalgen bekannt, von denen 120 bis 200 Arten toxisch.
Algen ernähren sich unter anderem, in dem sie Fotosynthese betreiben. Am pflanzenähnlichsten sehen die verschiedenen Arten von Tang aus: Ihre Wedel sind mit Blättern vergleichbar. Ihre Besonderheit: Schwimmkörper zwischen Blatt und Stängel sorgen für Auftrieb der Algen. Sie leben in unterschiedlichen Wassertiefen, manche von ihnen festgeheftet an Felsen in Küstennähe, andere freischwimmend.
Ganz grob lassen sich Algen nach ihrer Färbung in verschiedene Gruppen unterteilen:
Riesenseetang-Wald aus Braunalgen
Des Weiteren unterscheiden sich die verschiedenen Algen-Gruppen in ihrer chemischen Zusammensetzung. Die Bestandteile verschiedener Großalgen (Mehrzeller-Algen) zum Beispiel lassen sich industriell verwerten. In manchen Ländern, wie etwa Japan, gehören sie zudem zur traditionellen Küche. Extrakte bestimmter Rotalgen werden als Heilmittel verwendet und als Geliermittel oder Textilappretur eingesetzt. Stoffe der Braunalgen finden ebenfalls als Geliermittel, aber auch in Cremes, Vitaminpräparaten, Schlankheitsmitteln und als Emulgierhilfsmittel Verwendung. Auch Jod, Brom und Proteine lassen sich aus Meeresalgen gewinnen.
Algen sind Teil des Planktons und gehören so zur Ernährungsgrundlage der Unterwasserfauna. Ist das Ökosystem, in dem sie leben, im Gleichgewicht, tragen sie zur Selbstreinigung der Gewässer bei, da sie Sauerstoff an das Wasser abgeben. Doch sie vermehren sich explosionsartig, wenn sie zu viele Nährstoffe erhalten.