45 Min - Der Kachelmann-Komplex
Die Medienschlacht rund um den "Fall Kachelmann" ist beispiellos. 45 Min fragt daher, welche Folgen das für Vergewaltigungsopfer und für den Rechtsstaat haben kann. mehr
Die drei Autoren (Robert Bongen, Anna Orth und Anika Giese v.l.n.r) haben die Hintergründe des Verfahrens gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann beleuchtet.
Für ihren Film "Der Kachelmann-Komplex" sind Anika Giese, Anna Orth und Robert Bongen mit dem diesjährigen Regino-Preis für herausragende Justizberichterstattung ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand 7. Dezember 2011 beim Deutschlandfunk in Köln statt. In der Dokumentation beleuchten die Macher die Hintergründe des Verfahrens gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann. Sie beschreiben das einzigartige "Mediengericht" und fragen nach den Konsequenzen.
Laudatio: "Gründliche Recherche und messerscharfe Analyse"
Bernhard Töpper, Jury-Mitglied und ehemaliger Leiter der ZDF-Rechtsredaktion, in seiner Laudatio: "Dieses 'Mediengericht' überhaupt öffentlich zu machen, ist Verdienst der NDR Doku. Mit hoher handwerklicher Professionalität, gründlicher Recherche und überzeugender, messerscharfer Analyse deckt der Film das Zusammenspiel hinter den Kulissen zwischen bestimmten einzelnen Print-Medien und Prozessbeteiligten auf. Ein herausragendes Beispiel für kritischen und unabhängigen Journalismus."
Den Kachelmann-Komplex haben wir am 7. September 2010 ausgestrahlt. Die Redaktion hatte Kuno Haberbusch. Der Regino-Preis wird jährlich von der Neuen Juristischen Wochenschrift (NJW) aus dem Verlag C.H.Beck und dem Koblenzer Rechtsanwalt Wolfgang Ferner vergeben. Der Preis würdigt journalistische Leistungen zu Justiz-Themen in den Kategorien Print, Rundfunk und Fernsehen. Namensgeber ist der Rechtslehrer "Regino von Prüm" (840-915 n. Chr.), dessen Streben ein Leben lang war, aufzuklären, zu dokumentieren und Ereignisse niederzuschreiben. Dotiert ist die Auszeichnung, die seit dem Jahr 2000 verliehen wird, mit 750 Euro je Kategorie.
Anika Giese studierte an der Technischen Universität Ilmenau und in Lima Angewandte Medienwissenschaft. Anschließend war sie bei der Firma Brainpool redaktionell tätig. Bis Juli 2010 volontierte sie beim Norddeutschen Rundfunk. Als freie Fernsehjournalistin arbeitet sie unter anderem als Autorin und Reporterin für den NDR, insbesondere für die Abteilung Dokumentation und Reportage und für die Redaktion Extra 3.
Anna Orth arbeitete parallel zu ihrem Studium der Kommunikations-, Politik- und Kulturwissenschaft in Münster für das ZDF in Mainz. Nach einem Abstecher in die Filmwissenschaft an der Universität "Michel de Montaigne" Bordeaux volontierte sie 2008 beim NDR. Seitdem arbeitet sie als Autorin und Reporterin für das NDR Fernsehen und für die ARD mit dem Schwerpunkt Innenpolitik - unter anderem für die Redaktionen "Menschen und Schlagzeilen" und "Panorama".
Robert Bongen hat Geschichte, Journalistik und Politik in Gießen und Hamburg studiert. Parallel arbeitete er als freier Journalist, unter anderem für den Berliner Tagesspiegel und Sat.1. Er volontierte 2003 beim NDR und ist seitdem Autor bei Panorama, Menschen und Schlagzeilen und Zapp. Der Journalist erhielt unter anderem 2006 den Otto-Brenner-Preis für das Feature "Verdeckt, versteckt, verboten. Schleichwerbung und PR in den Medien"; der Film "Bezahlte Beiträge - wie die Bundesagentur für Arbeit und die Deutsche Rentenversicherung Sendezeit kaufen" wurde 2007 als "Herausragende Leistung" beim Axel-Springer-Preis ausgezeichnet. Heute ist Robert Bongen Redakteur in der Redaktion Innenpolitik des NDR Fernsehens.