Für die meisten konventionellen Hühnerhalter wäre der Hof von Carsten Bauck zu klein und zu wenig tiergerecht. Die Legehennen des Biobauern können allerdings im Freien in der Erde scharren, ein Sandbad nehmen und picken, wenn sie wollen.
Bei Carsten Bauck kommt auf 40 Hennen sogar ein Hahn. Die gelten oft als unnütze Mitfresser, dabei sorgen sie für ein artgerechtes Sozialleben, wie der Biobauer erklärt: "Der Hahn strukturiert für seine Henne den Auslauf und die Nachtstätte. Er sucht ihr das Nest und sorgt dafür, dass die Henne in Ruhe ihrer Aktivität einfach nachgehen kann."
Aber auch diese Bio-Hühner haben nur ein Ziel: den Schlachter. Bis dahin genießen sie allerdings eine Komfortbehandlung. Carsten Bauck ist deshalb mit sich zufrieden: "Ich bin richtig glücklich mit dem, was wir tun, und gut leben können wir davon auch."
Baucks Hühner, eigentlich ängstliche Fluchttiere, sind so entspannt, dass sie sich auch von unserem Kamerateam nicht nervös machen lassen.
Was Nutztieren guttut und was nicht, wird auf Gut Ruthe untersucht, das zur Tierärztlichen Hochschule Hannover gehört. Diese Küken werden im Dienste der Wissenschaft etwa 35 Tage alt.
Sie sind erst vor wenigen Stunden geschlüpft und werden als Masthähnchen großgezogen. In dieser Herde wird der Zusammenhang zwischen Bodenbeschaffenheit und Hühner-Gesundheit genauer untersucht.
Das grüne Licht ist keine technische Panne - es beruhigt die Jungtiere.
Bis zu ihrer Schlachtung werden sie nicht schlechter leben als Bio-Hühner, davon ist Forschungsleiter Christian Sürie überzeugt. Er sieht Parallelen zwischen Stadt- und Landleben der Menschen. Die Tiere auf Gut Ruthe würden sozusagen in einer gut organisierten Stadt leben und nichts anderes kennen und daher eine Biohaltung auch nicht vermissen.
Gilt das auch für ein Leben im Käfig? Immerhin hat die Kleingruppenhaltung die klassischen Legebatterien im Januar 2010 abgelöst.
Die Eier der so lebenden Hennen heißen trotzdem Käfigeier. So verlangt es die Kennzeichnungspflicht. Immerhin werden sie unter hygienischeren Bedingungen gelegt als viele Eier aus Freilandhaltung.
Dass Bio-Haltung nicht mit der freien Wildbahn vergleichbar ist, zeigt auch der Hof von Karl-Heinz Hanken.
Seine Schweine laufen nicht frei herum. Sie bleiben im begrenzten Auslauf.
Dieser ist aber dem arteigenen Verhalten angepasst, sagt Hanken: "Die Tiere sind von Natur aus sehr sauber. Sie koten nur dorthin, wo sie sich sonst auch nicht aufhalten, wo sie also nicht ihre warme Stube haben. Und deshalb haben wir das getrennt. Innen ist der Bereich, der also sauber ist, den sie auch sauber halten."
Auch das Futter muss stimmen. In der ökologischen Landwirtschaft muss überwiegend Bio-Futter eingesetzt werden. Auf Hankens Hof funktioniert das. Es wächst bei Karl-Heinz Hanken fast ausschließlich auf dem eigenen Acker.
Gutgehen kann es aber auch Tieren, die konventionell gehalten werden. Auf dem Hof Agrozicht in den Niederlanden kommen jeden Tag ein paar Dutzend Ferkel zur Welt.
Borste an Borste fühlen sich die Schweinchen besonders wohl und sicher. Aberhier wachsen keine Ökoschweine auf.
Wohl aber hier. Die Jung-Schweine von Bernd Schulz haben so viel Stroh wie sie wollen. Der Bauer schlägt einen neuen Weg in der Nutztierhaltung ein.
Zusammen mit Dennis Buchmann wollen ihre Tierhaltung transparenter machen. Fotos der Schweine kommen ins Internet. Demnächst sollen Webcams den Alltag der Schweine im Internet übertragen.
Die Kunden ihres Projektes "Meine kleine Farm" können die spätere Ware vorher angucken und aussuchen, ob sie die Leberwurst lieber von Schwein fünf oder Schwein sieben haben möchten.
Auch für die Schweine von Bauer Schulz heißt es Endstation Schlachthof. Da ist es wünschenswert, dass die Metzergei behutsam mit den Tieren umgeht und sie nicht unnötigem Stress aussetzt.