Interview

Atomkraft: Entlarvte Lügen

Sicher, sauber, billig und unverzichtbar - vier Kernaussagen der Atomlobby, unter die Lupe genommen von Filmautorin Gesine Enwaldt. Was bleibt von den Versprechen übrig?

Lüge Nr. 1 - Atomkraft ist sauber, also fast CO2-frei.

Luftbild vom Kernkraftwerk Grohnde an der Weser in der Einheitsgemeinde Emmerthal © dpa-Bildfunk Fotograf: Chris Gossmann Detailansicht des Bildes Wenn man bei der CO2-Bilanz die Urangewinnung, den Bau der Kraftwerke und die Atommüllentsorgung mit einbezieht, kommt man auch auf erschreckende Werte und die Behauptung von der CO2-freien Technologie wird extrem relativiert.

Lüge Nr. 2 - Atomstrom ist billig.

Wir haben das havarierte Versuchsendlager Asse und das erste genehmigte Endlager Schacht Konrad besucht. Die geplante Entsorgung des Mülls, vor allem in der Asse, wird nach ersten Schätzungen bis zu vier Milliarden Euro kosten. Das zahlt allein der Steuerzahler. Dazu kommen beispielsweise die Erkundungen von Gorleben, der Ausbau von Schacht Konrad und die Rettung von Morsleben. Werden diese Kosten mit dazugerechnet, lässt uns das zu der Überzeugung kommen: Dass Atomstrom billig ist, ist ein Märchen aus vergangenen Tagen. Außerdem muss der Staat, also der Steuerzahler, auch für die Folgekosten eines nicht beherrschbaren Störfalls aufkommen. Die Haftpflichtversicherung für die AKWs decken eine solche nationale Katastrophe nicht mit ab.

Lüge Nr. 3 - Deutsche Kraftwerke sind sicher.

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INES: Die Skala für nukleare Störfälle

Um Stör- und Unfälle in Atomanlagen international vergleichbar bewerten zu können, haben sich Experten auf eine Skala namens INES geeinigt. Sie reicht von Stufe 0 bis Stufe 7. mehr

Aufgrund unserer Recherchen haben wir starke Zweifel an der Sicherheit der AKW im laufenden Betrieb. Die sogenannte Kikk-Studie zu Kinderkrebs [Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken des Bundesamtes für Strahlenschutz] rund um Atomkraftwerke (AKW) hat herausgefunden, dass das Leukämierisiko für Kinder im Umkreis der Kraftwerke signifikant erhöht ist. Ob AKW die Ursache sind, ist nicht beweisbar, aber es ist auch nicht auszuschließen. Eine andere beunruhigende Erkenntnis ist, dass die Terrorgefahr, der die westlichen Länder seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ausgesetzt sind, auch hinsichtlich der AKW erhöht ist. Geheime Studien bestätigen, dass die alten deutschen Reaktoren einem Terrorangriff aus der Luft nicht standhalten würden.

Lüge Nr. 4 - Ohne Atomstrom droht eine Versorgungslücke.

UMFRAGE

Halten Sie die Kernkraft für eine sichere Technologie?

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90,3%

Unsere Recherchen haben ergeben, dass die alternativen Techniken der Energiegewinnung mittlerweile so weit entwickelt sind, dass nur noch der politische Wille fehlt, um die Energieversorgung an die alternativen Erzeuger zu übergeben. Wenn alle alternativen Energiemöglichkeiten ausgeschöpft werden und gleichzeitig alle Energiesparmöglichkeiten ausgenutzt werden, wäre die Abschaltung aller AKW möglich - sagen zumindest die Experten.

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Luftbild vom Kernkraftwerk Grohnde an der Weser in der Einheitsgemeinde Emmerthal © dpa-Bildfunk Fotograf: Chris Gossmann
 

Pro und Kontra Atomkraft

Der Atomausstieg ist politisch beschlossene Sache, dennoch scheint die Diskussion weiter zu gären. Kosten, Risiken, Umweltbilanz - Gegner und Befürworter der Atomenergie haben ihre Argumente. mehr

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Die Entdeckung der Kernspaltung

1939 erschien in der Zeitschrift "Naturwissenschaft" der Bericht von Otto Hahn und Fritz Strassmann über die erste erfolgreiche Kernspaltung. Der Beginn des Atomzeitalters. mehr

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45 Min - Die Sturmflutbändiger

Anlässlich des 50. Jahrestages der Sturmflut fragt 45 Min: Wie sicher sind wir? Werden die Deiche halten? Andreas Orth zeigt Männer, die das Land gegen die See verteidigen wollen.

Wiederholung der Sendung

17.02.2012 06:00 Uhr

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Programmtipp
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45 Min - Risiko Atomkraft

15.03.2011 | 00:30 Uhr

45 Min fragt: Kann ein Unglück wie das in Japan auch in Norddeutschland geschehen? mehr

Dossier
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45 Min - Die Atomlüge

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