45 Min - Verlassen und verramscht

Wenn keiner Omas Haus will

Montag, 27. Oktober 2014, 22:00 bis 22:45 Uhr

Der Immobilienmarkt in Deutschland ist zweigeteilt: Boomende Städte stehen schrumpfenden Landstrichen gegenüber. Betongold ist in vielen Regionen längst nichts mehr wert. Je nach Rechenmodell wird es bis 2025 in Nordrhein-Westfalen zwischen 500.000 und 700.000 Wohnungen zu viel geben. Das Haus, das mal Generationen absichern sollte, kann nur noch verramscht werden. Denn die Kinder ziehen dahin, wo es Jobs gibt. Sie wollen und brauchen die Immobilien ihrer Eltern nicht.

Bei Leerstand wird jedes Haus irgendwann zur Ruine

Leere Häuser haben ein Verfallsdatum: Entweder sie finden zügig einen neuen Besitzer oder sie vergammeln. Wenn der letzte Bewohner ausgezogen ist, wird jedes leere Haus früher oder später zur Ruine. In manchen Orten sind die Verkäufer daher froh, wenn ihnen die Häuser überhaupt jemand abnimmt. Da ist es fast schon egal für wie viel. Ein Einfamilienhaus, das lange leerstand, kann dann auch mal lediglich 15.000 Euro bringen.

Experten erwarten flächendeckende Entwertung von Immobilien

Raumplaner der Universität Stuttgart glauben, dass man in den kommenden Jahren in vielen Regionen eine "flächendeckende Entwertung" erleben wird. Was macht man mit einem Dorf, dem die Bewohner ausgehen? Und in dem die, die bleiben, mit den großen leeren Häusern überfordert sind?

 

Redaktion
Mathias Werth
Autor/in
Julia Friedrichs
Jörg Laaks
Redaktion
Mestmacher-Steiner, Christoph