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Kinderleben mit Behinderung

Montag, 17. November 2014, 22:00 bis 22:45 Uhr

Die meisten nichtbehinderten Menschen haben eine große Scheu gegenüber Kindern mit Behinderung. Für die behinderten Kinder und ihre Familien bedeutet das oft auch Isolation. Zumal im Kontakt mit Nichtbehinderten zuweilen mitschwingt oder auch offen ausgesprochen wird, dass man "so ein Kind" doch heutzutage hätte vermeiden können.

NDR Autor Knut Weinrich will wissen, wie Kinder mit Behinderung und deren Eltern ihren Alltag gestalten und wie sie Herausforderungen meistern. Er begleitet fünf Kinder mit Behinderungen und deren Familien mit der Kamera.

Selbstvertrauen durch Sport und einen "Assistenzhund"

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Hündin Linda hat Jannes selbstständiger gemacht.

Darunter ist zum Beispiel Jannes, ein elfjähriger Junge, der seit seiner Geburt im Rollstuhl sitzt. Er weiß, dass er nie laufen können wird und wäre doch so gerne wie die anderen Kinder. Lange hat er unter dem Unterschied sehr gelitten, aber seit zwei Jahren geht es ihm besser. Rollstuhlsport hat ihm geholfen, sein Selbstvertrauen zu steigern.

Besonders wichtig ist für ihn auch seine "Assistenzhündin" Linda, die ihm zum Beispiel Dinge aufhebt, die er fallen gelassen hat, die ihm Türen öffnet, ihm hilft, seine Jacke auszuziehen, und die vor allem einfach immer da ist und so vieles in seinem Leben verändert hat. Jetzt sieht er sich - und sehen auch andere ihn - nicht mehr nur als den Jungen im Rollstuhl, sondern als den Jungen im Rollstuhl mit dem coolen Hund.

Blockaden und Ignoranz behindern die Selbstständigkeit

Und dennoch gleicht der Alltag, auch für Jannes' Eltern, einem Hindernissparcours, wenn wieder einmal bei Ausflügen kein barrierefreies WC zu finden ist oder der Behindertenparkplatz von Nichtbehinderten blockiert wird und so wieder einmal durch Ignoranz ein Stück Selbstständigkeit erschwert wird.

Alle Familien, die Knut Weinrich trifft, eint das Streben nach Autonomie. Es ist oft ihr größter Wunsch für ihre Kinder, dass diese etwas allein machen und schaffen können. Selbst essen, sich fortbewegen, teilhaben am Leben, vielleicht eines Tages nicht einmal mehr angestarrt oder bemitleidet zu werden, sondern akzeptiert als besondere Kinder mit liebenden Eltern.

Redaktionsleiter/in
Christoph Mestmacher-Steiner
Redaktion
Christoph Mestmacher-Steiner
Produktionsleiter/in
Michael Schinschke
Regie
Knut Weinrich
Autor/in
Knut Weinrich