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G20-Chaos - Wer hat Schuld?

Montag, 11. Dezember 2017, 22:00 bis 22:45 Uhr

Krawalle im Schanzenviertel zum G20-Gipfel © picture alliance / Daniel Bockwoldt/dpa Fotograf: Daniel Bockwoldt

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Es waren Bilder, die um die Welt gingen und die im Gedächtnis bleiben. Vermummte Chaoten plünderten Geschäfte im Hamburger Schanzenviertel, attackierten Polizisten mit Wurfgeschossen. In anderen Hamburger Stadtteilen wurden Autos in Brand gesetzt und Schaufensterscheiben zerstört. Über Stunden herrschte ein Ausnahmezustand, den eine überforderte Polizei nur mühsam beenden konnte.

In den Schlagzeilen: Chaos statt Weltpolitik

Statt der erhofften Bilder von vielen Regierungs- und Staatslenkern, die sich um die Probleme einer globalisierten Welt kümmern, dominierten die Schlagzeilen vom G20-Chaos auf den Hamburger Straßen die Nachrichten - von Randalierern, brennenden Autos und geplünderten Geschäften.

G20-Krawalle: "Das sollte nicht passieren!"

Es wird Kritik an Polizeibeamten laut, die unverhältnismäßig gewalttätig auch gegen friedliche Demonstranten vorgegangen sein sollen. Einigen akkreditierten Journalisten wird der Zugang verwehrt. Es kursierte eine Liste mit Namen derjenigen, die zwar eine Akkreditierung hatten, aber plötzlich als Sicherheitsrisiko galten.

Wer hat welche Fehler gemacht?

Aber wie war das möglich, wo doch die Bundesregierung und der Hamburger Senat im Vorfeld beteuerten, alles im Griff zu haben? Wo man Warnungen vor Gewaltexzessen als völlig übertrieben ignorierte, den Hamburger Bürgern ihre Sicherheit garantierte?

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Die Dokumentation zeigt die Hintergründe, benennt die Fehler, fragt die Verantwortlichen. Sechs Monate nach dem G20-Gipfel wird klar: Die Tage im Juli werden nicht nur die Hamburger Politik noch lange beschäftigen. Denn zu vieles ist noch unklar. Zu schleppend verläuft die anfangs versprochene Aufklärung, zu groß sind die Defizite in der Vor- und Nachbereitung. Politisch, aber auch finanziell werden die Hamburger Gipfeltage zum Desaster.

Bei der Kriminalpolizei in Hamburg stapeln sich seitdem die Ermittlungsverfahren - 8.000 Verfahren zu Geldwäsche-, Betrugs- oder Gewaltdelikten werden derzeit nicht bearbeitet, weil die Beamten damit beschäftigt sind, die Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel aufzuarbeiten.

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Autor/in
Maik Gizinski
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