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Frauen in der Rentenfalle

Montag, 11. September 2017, 22:00 bis 22:45 Uhr

Frau schiebt einen Kinderwagen über eine Rampe mit mehreren Ebenen nach oben. © NDR/BR/Tangram International

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Sie verdienen weniger als Männer, arbeiten häufig in Teilzeit, ziehen Kinder groß. Am Ende ihres Erwerbslebens stehen Frauen deshalb oft mit Renten da, die kaum das Leben sichern. Fast die Hälfte der westdeutschen Frauen, die zwischen 1966 und 1970 geboren sind, werden gerade einmal um die 700 Euro monatlich an Rente bekommen.

Warum tappen so viele Frauen in die Armutsfalle? Unter anderem, weil der Staat diesen Irrweg auch noch fördert, indem er per Gesetzgebung Fehlanreize schafft. Denn das Problem ist strukturell bedingt. Die Alleinverdiener-Ehe wird bis heute durch Ehegattensplitting und beitragsfreie Krankenversicherung für Ehepartner steuerlich hoch subventioniert, im Falle einer Scheidung jedoch durch das 2008 geänderte Unterhaltsgesetz schwer bestraft.

Hintergrund
mit Video

Fünf Gründe für Altersarmut bei Frauen

Frauen verdienen weniger als Männer, arbeiten häufig in Teilzeit, ziehen Kinder groß. Und am Ende des Lebens sind viele arm. Wie kommt es dazu und wie kann man das verhindern? mehr

Typische Fallgeschichten von Frauen

Der Film stellt Frauen aus drei Generationen vor:

1. Da sind die Rentnerinnen, die mehrere Kinder großgezogen haben und wegen ihrer geringen Altersbezüge auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind. Nur mit Spenden und Angeboten wie den kostenlosen Lebensmitteln der Tafeln kommen sie über die Runden.

2. Eine geschiedene Frau aus der Baby-Boomer-Generation hat wegen ihrer Kinder stets Teilzeit gearbeitet. Nun sorgt sie sich um näher rückenden ihren Lebensabend. Denn das neue Unterhaltsrecht sieht auch nach langjährigen Ehen kaum noch Ausgleichzahlungen vor.

3. Eine junge Mutter, die gerade erst zu ahnen beginnt, wie hoch der Preis sein könnte, den sie für ihren Einsatz zu Hause später einmal bezahlen muss. An ihrem Beispiel wird genau durchgerechnet, welche finanziellen Folgen Babypause, Teilzeitarbeit und Minijobs für das aktuelle Einkommen haben, von dem die Rente letztlich abhängt.

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Der Film erklärt nicht nur die strukturellen Ursachen für Altersmut bei Frauen mit klaren Beispielrechnungen. Er fragt auch Bundesfamilienministerinnen aus drei Jahrzehnten, wie ein seit Langem bekanntes Problem immer noch so drängend sein kann. Haben die Politiker in Deutschland tatsächlich jahrzehntelang Gesetze auf den Weg gebracht, die Frauen sehenden Auges in die Armutsfalle treiben? Rita Süssmuth (CDU, 1985 bis 1988), Renate Schmidt (SPD, 2002 bis 2005) und Manuela Schwesig (SPD, 2013 bis 2. Juni 2017) sehen das jedenfalls so.

Was sind die Ursachen und wieso gibt es keine Verbesserung?

Gemeinsam mit Betroffenen und Fachleuten aus Wissenschaft und Politik wird ergründet, welche Kräfte einen Wandel verhindern und wie Frauen der Rentenfalle entgehen können. Dieser Film befasst sich mit einem skandalösen Missstand und berichtet über ein Problem, das alle Generationen betrifft: die Hausfrauen der Wirtschaftswunderjahre, noch mehr jedoch ihre Töchter und Enkelinnen.

Erklär-Clips aus der Doku
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Redaktionsleiter/in
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Redaktion
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Regie
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Autor/in
Katarina Schickling
Kamera
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Ton
Fabian Runtenberg
Thomas Hamann
Schnitt
Christian Bobsien
Grafik
Christian Bobsien
Sprecher/in
Cordula Senfft
Tonmischung
Tomas Bastian
Produktionsleiter/in
Julia Blankenburg