45 Min

Fix und fertig - Unser Essen

Montag, 04. Mai 2015, 22:00 bis 22:45 Uhr

Schnitzel aus dem Toaster, Brot aus dem Backbeutel, Fertig-Currywurst in der Plastikschale: alles ist in wenigen Minuten fertig und "gelingt sicher", so der Fachausdruck. Immer weniger Menschen kochen selbst, meist aus Zeitmangel. Die Industrie verführt mit schnellem, bequemem Essen, Convenience-Food ist ein Mega-Markt.

Wegen Stress und Zeitdruck greifen viele Verbraucher zu Fertiggerichten

Interview

Wie komme ich vom Fertigessen los?

Wer sich an Fertiggerichte gewöhnt hat, dem schmeckt Selbstgekochtes oft zu fad. Wie kann die Entwöhnung vom Industrieessen gelingen und warum lohnt sich das? mehr

Bei Familie D. bleibt der Herd oft kalt, stattdessen laufen Mikrowelle oder Backofen heiß: ob Pizza oder Fertiglasagne, Hauptsache es geht schnell und schmeckt gut. Berufsstress und der Druck, die beiden Kinder schnell versorgen zu müssen, lässt die Eltern immer wieder zu Fertiggerichten greifen. Die Produkte sind gut gewürzt und schmackhaft, das ist den D.s am wichtigsten.

Nur in jedem zweiten Haushalt in Deutschland gibt es täglich ein selbst zubereitetes Mahl, in einem Drittel der Haushalte wird noch drei- bis fünfmal die Woche gekocht, beim Rest bleibt die Küche überwiegend kalt, das besagt eine Studie aus dem Jahr 2013.

Hintergrund

Etikettenschwindel Hefeextrakt?

In der Zutatenliste vieler Fertigprodukte wird "Hefeextrakt" aufgeführt. Warum wird es eingesetzt? Und was hat Hefeextrakt mit Glutamat zu tun? mehr

Welche Folgen haben Fertiggerichte für die Gesundheit?

Durchschnittlich 30 Minuten am Tag, so schätzen Experten, nimmt sich der Deutsche noch Zeit fürs Essen - inklusive Verzehr. Küchen werden deshalb für viele bald überflüssig sein. Doch Fertigessen bedeutet oft zu viel Salz, Fett und Zucker. Auch Familie D. hat den Verdacht: Das Fertigessen macht dick.

Doch es fällt schwer, auf das industriell gefertigte Essen zu verzichten, es schmeckt einfach zu gut. Warum das so ist, wollten Forscher der Universität Erlangen wissen. Sie haben nachgewiesen, dass Fett und Kohlehydrate die Lust aufs Weiteressen fördern. Das ist zumindest bei Ratten so. Gilt das auch für Menschen?

Kampf gegen die Verführung durch Fertiggerichte

Verbraucherschützer wettern gegen verzerrende Werbung und intransparente Verpackungsaufschriften. Diese verschleiern nämlich die tatsächlichen Inhaltsstoffe der Fertigprodukte. Unübersichtliche Inhaltsangaben, Bezeichnungen wie "natürlich" und "ohne Geschmacksverstärker", sogenannte Clean Labels, gaukeln dem Verbraucher vor, dass die Produkte wie hausgemacht sind.

"45 Min: Fix und fertig - Unser Essen" zeigt, wie Familie D. aus Weertzen in Niedersachsen gegen die Verführung durch Fertiggerichte ankämpfen will, was Fertigprodukte im Menschen auslösen und wie Hersteller und Verbraucherschützer um jedes Wort auf der Verpackung kämpfen.

Redaktion
Barbara Denz
Autor/in
Julian Prahl
Regie
Julian Prahl
Produktionsleiter/in
Michael Schinschke
Redaktionsleiter/in
Christoph Mestmacher-Steiner