Stand: 18.05.2017 11:10 Uhr

Doku über Rennpferde: Wir nehmen Ihre Kritik ernst

Liebe Nutzerinnen und Nutzer,

die Filmemacher Antonia Coenen und Wilm Huygen sind in ihrer Dokumentation der Frage nachgegangen, wie es den Pferden im Galopp-Sport geht. Die Resonanz darauf war groß. Neben zahlreicher positiver Kritik gibt es auch negative Rückmeldungen. Einige von Ihnen stellen Fragen, üben Kritik oder äußern auch Zweifel an bestimmten Punkten in unserem Film. Wir möchten hier auf die gängigsten Kritikpunkte eingehen.

Stürze und Verletzungen gehören zum Galopprennsport. In diesem Jahr mussten bereits fünf Pferde auf deutschen Rennbahnen (Galopp und Hindernis) nach Verletzungen getötet werden. Die Gefahr von Verletzungen läuft im Rennsport immer mit. Jeder, der ein Rennen besucht, weiß das und muss eventuell diese Unfälle live mit ansehen - auch Kinder. Daher haben wir die Entscheidung getroffen, dass drastische Aufnahmen von Unfällen unserem Publikum zugemutet werden können, haben aber auf Detailaufnahmen bewusst verzichtet.

Wir haben fast zwei Jahre lang recherchiert: von 2015 bis zum Filmschnitt im März 2017. Gedreht haben wir überwiegend in der Saison 2016. Wir waren zu Recherchezwecken in mehreren großen Rennställen, bei Auktionen und haben mit zahlreichen Trainern, Jockeys und Fachleuten gesprochen und Rennpferde beobachtet. Wir waren auf den Rennbahnen in Köln, Krefeld, Berlin Hoppegarten, Mülheim a.d.R., Hamburg, Baden-Baden, Dortmund, Düsseldorf und Neuss.

Für den Film haben wir nur selbstgedrehtes Material aus 2016 verwendet. Ausnahmen: das Rennen von Aspantau in England, die Slow-Motion-Aufnahmen und der Todessturz 2012. Alle Interviews sind auf Basis von schriftlichen Drehgenehmigungen und Einverständniserklärungen entstanden. Wir haben stets offen gedreht.

Zum Thema Weidegang: Wir bestreiten nicht, dass der Rennstallbesitzer von der Recke Weiden hat. Das Trainingsgelände wird auch im Film gezeigt. Der Text an der Stelle lautet: "Freier Auslauf auf der Koppel unerwünscht. Denn das könnte Verletzung bedeuten." Gleiches sagt uns Herr von der Recke im Interview.

Herr Dr. Pick - auch zu ihm gab es Fragen - ist ein anerkannter Experte, Gutachter und als ehemaliger Rennbahn-Tierarzt ein Insider, das wird auch offen im Text angesprochen. Er äußert seine von langjähriger Erfahrung geprägte persönliche Meinung und vertritt eine kritische Haltung zum Rennsport.

Die Biografie des ehemaligen Rennpferdes Aspantau ist lückenlos belegt, alle entsprechenden Papiere liegen uns vor.

Alle Aussagen im Film sind von uns geprüft und belegbar. Wir freuen uns, dass wir mit dem Film eine lebhafte Diskussion entfacht haben. Offenbar ist Tierschutz im Rennsport ein Thema, das Kontroversen hervorruft und Emotionen auslöst. Aber an dieser Stelle sollten Emotionen und persönliche Meinungen nicht dazu führen, dass es gegenüber am Film Beteiligten zu Unterstellungen kommt.

Die Redaktion 45 Min

Informationen zur Sendung
mit Video

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15.05.2017 22:00 Uhr

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Dieses Thema im Programm:

45 Min | 22.05.2017 | 22:00 Uhr