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Die Zukunft der Arbeit

Montag, 14. September 2015, 22:00 bis 22:45 Uhr

Versuch mit Exoskelett DFKI Bremen. © NDR

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Mit eigener Hände Arbeit das tägliche Brot verdienen, sich krumm und bucklig schuften, im Schweiße des Angesichts das Bruttosozialprodukt steigern - das sind Vorstellungen von "Arbeit" die schon sehr bald der Vergangenheit angehören werden. Denn die Arbeitswelt verändert sich radikal. In einer global vernetzten Welt weicht körperliche Arbeit immer stärker digital gesteuerten technischen Prozessen. Wie werden sich die neuen Generationen ihren Lebensunterhalt verdienen? Werden die nachfolgenden Generationen überhaupt noch Arbeit haben?

Einerseits wird der Facharbeitermangel beklagt

Deutschlands Beschäftigungsmarkt boomt. Immer mehr Menschen haben eine sozialversicherungspflichtige Arbeit, die Industrie beklagt den Facharbeitermangel. Viele Stellen können nicht besetzt werden, weil die Menschen oft nicht die benötigte Qualifikation haben. Die Situation wird sich in den kommenden Jahren noch verschärfen, weil Millionen Beschäftigte in Rente gehen und auf dem Arbeitsmarkt fehlen.

Hier hat die Zukunft der Arbeit schon begonnen

Andererseits bedrohen Maschinen Arbeitsplätze

Gleichzeitig lesen wir Meldungen wie diese: Maschinen bedrohen jeden achten Job in Deutschland. Laut einer Studie des Bundesarbeitsministeriums werden zwölf Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland in den kommenden zehn bis 20 Jahren durch Automatisierung abgeschafft. Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass bis zu 59 Prozent der deutschen Arbeitsplätze in den kommenden zwei Jahrzehnten durch Roboter, Computer und Software abgeschafft werden könnten. Vor allem Arbeiten, die wenig Kreativität und Eigenverantwortung verlangen, werden verschwinden.

Wird der Mensch in der Wertschöpfungskette überflüssig?

Auch frühere industrielle Revolutionen haben Menschen millionenfach ersetzt. Aber sie haben auch immer wieder neue Arbeitsplätze geschaffen. Doch heute könnten wir an einem Punkt sein, wo der Mensch in der Wertschöpfungskette der Wirtschaft mehr und mehr überflüssig wird.

Blick in die Zukunft: Click-Worker, Netz-Nomaden und 3D-Drucker

Was bedeutet das für uns? An welchen Stellen werden die Arbeitsplätze verschwinden? Wer ersetzt uns? Autor Ralf Hoogestraat hat sich auf eine Reise in eine Zukunft gemacht, die schon begonnen hat. Und erkundet Projekte, die unsere Arbeitswelt auf den Kopf stellen werden.

Links

Arbeiten 4.0

Plattform des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zu seinem Dialogprozess zur Zukunft der Arbeit. extern

"Die Roboter kommen"

Studie der ING Diba zur Automatisierung der Arbeitswelt, April 2015. (PDF) extern

FairCorwdWork.org

Angebot der IG Metall extern

Die Reise beginnt auf einem Bauernhof, wo Computer und Roboter sich schon heute besser um die Kühe kümmern als der Mensch. Wir erkunden die Möglichkeiten des 3-D-Drucks, der schon lange als Technologie der Zukunft gilt, aber heute an einem Punkt ist, wo plötzlich alles möglich erscheint. Wir besuchen das VW-Werk in Wolfsburg, wo immer mehr Roboter den Menschen ersetzen. Wir erfahren, wie die Elektromobilität, wenn sie denn wirklich kommt, den Auto-Standort Deutschland auf den Kopf stellen wird. Und wir finden Roboter, die uns in den nächsten Jahren in unseren Senioren-Residenzen Gesellschaft leisten sollen.

Wir müssen uns anpassen

Die Menschen stellen sich schon heute auf die Bedingungen der nahen Zukunft ein. Eine Clickworkerin erzählt uns, wie sie kleine Aufträge im Internet findet und so ihr Geld verdient. Start-Up-Unternehmer erklären, wie sie mit ihren digitalen Plattformen die Welt verändern wollen. Und digitale Nomaden nehmen uns mit auf die Reise an die schönsten Strände der Welt. Aber nur an die mit WLan - dann können sie dort dank ihrer Laptops Geld verdienen und dabei die Sonne genießen.

Die technologische Entwicklung lässt sich nicht aufhalten oder rückgängig machen. Aber wir Menschen haben eine Chance: Wir müssen uns anpassen und neue Fähigkeiten lernen, damit wir in der Zukunft noch Arbeit haben.

Redaktionsleiter/in
Christoph Mestmacher-Steiner
Redaktion
Barbara Denz
Autor/in
Ralf Hoogestraat
Regie
Ralf Hoogestraat
Produktionsleiter/in
Michael Schinschke

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