45 Min

Das kurze Leben der Rennpferde

Montag, 15. Mai 2017, 22:00 bis 22:45 Uhr

Zwei Jockeys reiten auf ihren Pferden bei einem Rennen.

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Schnelle Pferde, große Hüte, Champagner, Geld und beste Unterhaltung: Galopprennen in Deutschland, das sind große Events mit Tradition und Prestige, die Jahr pro Jahr rund eine Million Zuschauer anziehen. Nur Fußball ist fürs Publikum noch attraktiver.

Doch für die Rennpferde, die tierischen Athleten im Galopp-Zirkus, geht es weniger um Spaß als um höchsten Stress, und nicht selten ums Leben. Jedes Jahr sterben Tiere nach Stürzen direkt auf der Rennbahn. Viele Galopper verletzen sich tödlich beim Training oder werden wegen Leistungsschwäche und Verletzungen aussortiert und frühzeitig billig an Hobbyreiter verkauft. Das edle Vollblut ist Sportgerät, Prestigeobjekt und Spekulationsobjekt zugleich.

Vom harten Leben eines Galoppers

Pferde werden förmlich zugrunde geritten

So auch bei dem heute neunjährigen Aspantau, einem Wallach bester Abstammung. Der junge, einst hoch gehandelte Galopper war nach dem Ausscheiden aus dem Sport mit nur vier Jahren ein körperliches und seelisches Wrack. Viel zu früh antrainiert, lief er in England das erste Rennen schon mit zwei Jahren - ohne Erfolg. Ein rapider Wertverlust war die Folge, er wurde billig nach Deutschland verkauft und hier bei kleinen Rennen förmlich zugrunde geritten. Seine Biografie ist exemplarisch für einen Großteil der etwa 2.400 Rennpferde, die in den Boxen der deutschen Rennställe stehen.

Kritiker: Höchst fragwürdige Behandlung der Pferde

Gegner des Galoppsports wie der ehemalige Rennbahntierarzt Dr. Maximilian Pick äußern heftige Kritik am System. Viele Dinge, die dem Rennbahnbesucher ganz normal erscheinen, sind aus seinem Blickwinkel als höchst fragwürdig: vom Rennbahn-Einsatz zweijähriger Jungpferde, die praktisch noch "Kinder" sind über den Peitschengebrauch bis hin zum Aussortieren der Pferde, die keine Leistung mehr bringen.

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Für 45 Min haben Antonia Coenen und Wilm Huygen eine Saison lang in der deutschen Galopp-Szene recherchiert und Rennveranstaltungen, Trainingsställe und Auktionen im ganzen Land besucht. Sie haben die kurze Karriere der Rennpferde in Deutschland beobachtet. Es heißt, der Galoppersport käme von allen Pferdesportarten der Natur des Pferdes am nächsten. Die beiden Autoren haben anderes erlebt.

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Anmerkung der Redaktion zu den User-Kommentaren: Wir haben einige kritische Kommentare erhalten. Darauf wollen wir eingehen. Wir greifen die wichtigsten Kritikpunkte auf - und fassen unsere Rechercheergebnisse hier zusammen.

Autor/in
Antonia Coenen
Regie
Antonia Coenen
Autor/in
Wilm Huygen
Regie
Wilm Huygen
Redaktion
Barbara Denz
Redaktionsleiter/in
Jochen Graebert
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg