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Das Hafenduell - Hamburg contra Wilhelmshaven

Montag, 29. Juni 2015, 22:00 bis 22:45 Uhr

Ein Containerschiff, vor zwei in entgegengesetzte Richtungen weisende Schilder, mit der Aufschrift Hamburg und Wilhelmshaven (Montage) © fotolia Fotograf: pitrs, N-Media-Images

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Zwei Seehäfen in Norddeutschland, die nah beieinander liegen, konkurrieren miteinander anstatt zusammenzuarbeiten. Denn beide wollen vom "Gold" der Globalisierung profitieren, von den Containern aus Übersee. Auf der einen Seite ist es Hamburg mit Europas zweitgrößtem Containerhafen tief im Binnenland gelegen. Auf der anderen Seite ist es Wilhelmshaven mit dem JadeWeserPort, Deutschlands einzigem Tiefseehafen direkt an der Nordsee.

Kleinstaaterei auf Kosten der Allgemeinheit?

Der Stadthafen in Hamburg gerät an seine Grenzen: Die Containerschiffe werden immer größer und haben dadurch zu großen Tiefgang für die Elbe. Außerdem verursacht der Abtransport der Ladung ins Hinterland auf Hamburgs Ausfallstraßen regelmäßig Verkehrsstaus. Keine 120 Kilometer Luftlinie von der Hansestadt entfernt liegt in Wilhelmshaven ein neuer, moderner Tiefseehafen für Riesencontainerschiffe nahezu jungfräulich brach. Doch kaum ein Kapitän steuert den Hafen an.

Hintergrund

Faktenduell: Hafen Hamburg vs. JadeWeserPort

Der JadeWeserPort ist der einzige deutsche Tiefseehafen. Gräbt er Hamburg das Wasser ab? Die beiden deutschen Häfen sowie der Konkurrent Rotterdam im Vergleich. mehr

Das Projekt JadeWeserPort in Wilhelmshaven hat die Steuerzahler rund 600 Millionen Euro gekostet. Gleichzeitig soll der Hamburger Hafen durch die Elbvertiefung attraktiver für große Containerschiffe gemacht werden. Kosten: rund 300 Millionen Euro allein für Hamburger Steuerzahler. Kleinstaaterei auf Kosten der Allgemeinheit?

Welche Probleme haben große Pötte im Hamburger Hafen?

Autorin Beate Schwarz hat in beiden Häfen recherchiert. Sie ist an Bord des Containerriesen "Basle Express" von Rotterdam nach Hamburg mitgefahren und konnte dokumentieren, welche Probleme das 366 Meter lange Schiff beim Navigieren auf der Elbe hat. Aber auch, wie fortgeschritten die Lösungen heute sind, die Hafenmanager, Lotsen und Schiffsplaner immer weiter perfektionieren. Sie wollen um jeden Preis beweisen, dass sie auch für die ganz großen Schiffe gerüstet sind.

Hamburger Hafen: Einlaufen durchs Nadelöhr

Arbeitsplätze im JadeWeserPort können nur mühsam gehalten werden

Die neuen Riesenpötte könnten den Tiefseehafen JadeWeserPort eigentlich viel zügiger als Hamburg anfahren, ohne Probleme mit Tide und Tiefgang. Doch bisher kommt in Wilhelmshaven nicht einmal jeden Tag ein Schiff an. Die bislang 450 Arbeitsplätze können so nur mit Mühe gehalten werden. Großgerätefahrer Robert Speer hat mangels Aufträgen viel Freizeit, doch darüber freuen kann er sich nicht. Nun hoffen er und seine Kollegen, dass endlich der Knoten platzt. Eine Reedereien-Allianz hat zugesichert, dass sie regelmäßig Wilhelmshaven anlaufen wird. Erst kürzlich hat deshalb das derzeit zweitgrößte Containerschiff, die "MSC Oscar", dort festgemacht.

Warum gibt es keine Kooperation?

Beide Häfen haben ihre Vorteile. Warum kooperieren die beiden norddeutschen Standorte nicht miteinander? Die Konkurrenz im Nachbarland Niederlande rüstet derweil auf. Europas größter Containerhafen Rotterdam hat auf der Maasvlakte 2 zusätzliche Terminals eingeweiht. Ist der niederländische Hafen am Ende der "lachende Dritte"?

Weitere Informationen

Warum gibt es keine Hafenkooperation im Norden?

Der Hamburger Hafen hat mit Problemen zu kämpfen. Doch die Verantwortlichen lehnen eine Zusammenarbeit mit dem JadeWeserPort ab. Warum das so ist, erklärt ein Logistik-Experte. mehr

00:54 min

45 Sek: Das Hafenduell

Beim Kampf um große Containerschiffe versucht Wilhelmshaven dem alteingesessenen Hamburger Hafen Konkurrenz zu machen. Doch Hamburg hält sich für unantastbar. Video (00:54 min)

Redaktionsleiter/in
Christoph Mestmacher-Steiner
Redaktion
Sebastian Bellwinkel
Autor/in
Beate Schwarz
Regie
Beate Schwarz
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Kamera
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Enzio von Eisenhart-Rothe
Axel Thiede
Sprecher/in
Christine Hegeler
Schnitt
Rainer Wolf

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