Wie geht das? Ostseefähre

Löschen, laden und los geht's

Mittwoch, 16. März 2016, 18:15 bis 18:45 Uhr

Das Beladen der Fähre mit Waggons und LKW kann schnell zu einer Schieflage des Schiffes führen. Ein kompliziertes Pumpsystem gleicht das durch Ballastwasser wieder aus. Für die Verdrehung des Schiffes um die Längsachse können bis zu 500 Tonnen Wasser Richtung Steuerbord oder Backbord gepumpt werden um eine Schieflage auszugleichen. Beim Trimmen des Schiffes um die Querachse, also den Ausgleich vorne und hinten sind es 5000 Tonnen Wasser die die Neigung ausgleichen können. © NDR/Populärfilm, honorarfrei

4,39 bei 46 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Sechs Mal am Tag fahren die großen Fähren von Rostock nach Trelleborg und zurück. Eine davon ist die "Mecklenburg-Vorpommern", das größte Fährschiff unter deutscher Flagge. Eine gute Stunde brauchen die Leute von Reederei und Seehafen für das Be- und Entladen des Schiffes. Eisenbahn, Trailer, Lkw, Pkw und vielleicht auch mal der Mast einer Windkraftanlage. Jeden Tag auf's Neue eine logistische Meisterleistung. Wie geht das?

Mit ihren knapp 200 Metern Länge kann die "Mecklenburg-Vorpommern" eine ganze Menge an Bord nehmen. 600 Passagiere in 161 Kabinen. Autos, Lkws und Eisenbahnwaggons finden Platz auf drei Transportdecks mit insgesamt 3.200 Spurmetern.

Größtes Problem: Die Verteilung der Fracht

Die Nachtfähre von Sonntag auf Montag kommt von Trelleborg meist ziemlich leer an, dafür wird sie Montag früh in Rostock umso voller. Und genau das bedeutet für alle Beteiligten die größte Herausforderung. Dabei gibt es fünf Bereiche, die koordiniert werden müssen: Fußgänger, Pkw, Lkw, Eisenbahnwaggons und Trailer. Dazu kommen Spezialtransporte, wie zum Beispiel Windräder oder Teile davon, was auf der Strecke nicht selten passiert. Den wichtigsten Job macht dabei der Ladeoffizier an Bord. Das größte Problem ist die Verteilung der Fracht. Die muss natürlich so gleichmäßig wie möglich erfolgen. Das ist besonders wichtig bei den Eisenbahnwaggons. Denn ein Güterzug wiegt mal eben 3.500 Tonnen.

Normalerweise muss er das Schiff "trimmen" - schon vor dem Ladevorgang. Ein leeres Schiff wird schwer beladen, da muss er Ballastwasser abpumpen. Und er muss eine "Krängung" unbedingt vermeiden. Eine Seitenschieflage von nur fünf Grad führt dazu, dass die Brücke für Zug und Kraftfahrzeuge automatisch hochfährt. Und dann ist es vorbei mit Umlauf in einer Stunde!

Das und viel mehr sind die Hindernisse, die der Umkehr einer Fähre in gut einer Stunde im Weg stehen können. Jeden Tag auf's Neue eine logistische Meisterleistung.

Das Beladen des Schiffes ist eine logistische Meisterleistung

Ratgeber Reise

Rostock: Giebelhäuser, Plattenbau und Meer

Die Altstadt, der Hafen und das Ostseebad Warnemünde prägen Rostock ebenso wie Bauten aus der DDR-Zeit. Lebensader der größten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns ist die Warnow. mehr

Autor/in
Matthias Vogler
Redaktion
Birgit Müller
Produktionsleiter/in
Frederick Keunecke
NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/fernsehen/epg/import/Wie-geht-Ostseefaehre,sendung491336.html