Wie geht das? Leben wie ein Steinzeitmensch

Mittwoch, 26. April 2017, 18:15 bis 18:45 Uhr
Donnerstag, 27. April 2017, 11:30 bis 12:00 Uhr

Werner Pfeifer als Steinzeitmensch beim Bogenbau.

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Werner Pfeifer ist Deutschlands einziger hauptberuflicher mesolithischer Jäger und Sammler. Wer behauptet, Steinzeitmenschen seien primitive Höhlenbewohner gewesen, dem widerspricht er. Bereits damals hatten die Menschen ein ungeheures Wissen über die Natur und handwerkliche Techniken. Nur so konnten sie in der Wildnis überhaupt überleben.

In der heutigen Zeit haben die Urahnen leider einen denkbar schlechten Ruf. Wer als "Steinzeitmann" beschimpft wird, versteht das generell nicht als Kompliment. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Ein internationales Forscherteam rund um Werner Pfeifer möchte, dass die Steinzeit endlich den Respekt bekommt, denn sie verdient. Das Ziel der Forscher: Sie wollen das alte Wissen neu entdecken.

Leben wie vor 7.000 Jahren

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Deutschlands einziger hauptberuflicher mesolithischer Jäger und Sammler: Werner Pfeifer.

"Living Mesolithikum" nennt sich das Projekt des Steinzeitparks Dithmarschen in Albersdorf, für den Werner Pfeifer als "Steinzeitjäger" tätig ist. Das Vorhaben soll Forschern Experimente unter steinzeitlichen Bedingungen ermöglichen. Dazu verzichten die Wissenschaftler und Museumspädagogen 14 Tage lang auf moderne Annehmlichkeiten wie Schuhe, normale Bekleidung, Streichhölzer, Getreide und sogar auf die Zahnbürste. Wenn sie so leben wie vor 7.000 Jahren, können sie sich besser auf die Gedankenwelt der Steinzeitmenschen einlassen, so die Theorie hinter dem Projekt.

Forschung mit nachgebauten Speeren

Nur zu Forschungszwecken sind moderne Geräte erlaubt. Zum Beispiel, um der Frage nachzugehen, ob der Neandertaler bereits Fernwaffen benutzte. Ein kontroverses Thema in der Archäologie. Die italienische Doktorandin Alice La Porta von der britischen Universität Exeter will mit aufwendig nachgebauten Steinzeitspeeren die Datenlage zum umstrittenen Rätsel verbessern. Ein ganzes Jahr lang dauern ihre Vorbereitungen schon an. Jeder der 40 Speere darf nur ein einziges Mal geworfen werden, sonst wären die Gebrauchsspuren auf den Steinspitzen nicht eindeutig zuzuordnen. Unter dem Mikroskop sollen dann später Kratzer und Beschädigungen mit 30.000 Jahre alten originalen Neandertalersteinspitzen verglichen werden. Für den Profi-"Steinzeitjäger" Werner Pfeifer entsteht ein riesiger Druck. Wenn er mit den Nachbauten nicht das Ziel trifft, ein zuvor von Jägern erlegtes Reh, dann scheitert das Experiment und damit Alice La Portas Doktorarbeit!

Autor Tim Boehme wird den Wissenschaftlern auf die Finger schauen, sie in ihrem steinzeitlichen Alltag beobachten und erkunden, wie genau die Experimentalarchäologie eigentlich funktioniert.

Ratgeber Reise
mit Video

In Albersdorf geht es zurück in die Steinzeit

Ein Dorf mit Hügelgräbern lässt im Steinzeitpark Dithmarschen die Welt unserer Urahnen lebendig werden. Sonntags können Besucher selbst Feuer entfachen und Bogenschießen. mehr

Redaktion
Christian Pipke
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
Autor/in
Tim Boehme
Leitung der Sendung
Norbert Lorentzen