Auf den Spuren eines Massakers

Von Hamburg nach Babij Jar

Samstag, 17. Dezember 2016, 12:45 bis 13:30 Uhr

2016 jährt sich zum 75. Mal das Massaker von Babij Jar. Die Hamburger Symphoniker unternehmen aus diesem Anlass eine besondere Reise. Sie führt nicht nur 1.600 Kilometer weit nach Osten, sie führt auch 75 Jahre zurück in die Vergangenheit. Die 70 Orchestermitglieder wollen damit ein Zeichen setzen, indem sie zusammen mit einer ukrainischen Gastdirigentin und einem ukrainischen Chor ein Requiem aufführen, das sie noch nie gespielt haben: "Babij Jar", ein Werk des ukrainischen Komponisten Jewgen Stankowitsch.

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Die Hamburger Symphoniker im Opernhaus in Kiew.

Das Konzert findet in Kiew statt, dem Ort, an dem die Deutschen einen Massenmordrekord ohne Beispiel aufstellten. In Babij Jar, das heißt "Großmütterchenschlucht", erschossen Männer der Sonderkommandos 4 A und 4 C (darunter auch Norddeutsche) innerhalb von nur 36 Stunden 33.771 Menschen.

Der Film zeichnet diese Reise auf einer äußeren und inneren Ebene nach. Fotos, Filmausschnitte, Aussagen von Überlebenden und ihrer Familien verbinden sich mit den Erlebnissen der Musiker vor Ort, den Proben und schwierigen Bedingungen, den Begegnungen mit Kiew und den Spuren, die die Deutschen in Kiew hinterlassen haben.

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Historiker Prof. Dr. Wolfgang Benz vom Zentrum für Antisemitismusforschung.

Augenzeugen wie Jurij Fuchs, Igor Agejew oder Raissa Maistrenko, die das Massaker überlebten, erzählen die Geschichte ihrer Rettung. Der Film verzahnt die Erlebnisse und Erzählungen mit seltenem Archivmaterial und Einordnungen durch die Historiker Anatolij Podolskij (Kiew) und Wolfgang Benz (Berlin).

Produktionsleiter/in
Daniel Buresch
Redaktionsleiter/in
Eric Friedler
Autor/in
Anne Worst
Regie
Anne Worst