Wildes Japan (2)

Tropenstrand und Bärenland

Dienstag, 21. März 2017, 14:15 bis 15:00 Uhr

Braunbärjunges nach Lachsfang © © NDR/NDR Naturfilm 2009, honorarfrei

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Japan, ein Inselreich voller Gegensätze: Braunbären beim Lachsfang und Schneeaffen beim Bad in heißen Quellen im Norden, tropische Inseln im Süden. Megastädte wie Tokio auf der einen und abgelegene Bergtäler mit fremd wirkenden Traditionen auf der anderen Seite. Selten sind die Unterschiede innerhalb eines Landes so groß wie in Japan, das sich über 3.000 Kilometer von Nord nach Süd erstreckt.

Mit opulenten Bildern in HD-Qualität porträtiert die zweiteilige Naturdokumentation "Wildes Japan" das Kaiserreich mit seinen atemberaubenden Landschaften und seltenen Tieren wie zum Beispiel dem skurrilen Riesensalamander, den majestätischen Mandschurenkranichen und den scheuen Fischuhus. Dabei sind einzigartige Aufnahmen von teilweise noch nie gefilmtem Verhalten der verschiedensten Tierarten entstanden.

Die Insel Kyushu

Die zweite Folge beginnt auf der südlichsten der vier japanischen Hauptinseln: Kyushu. Klimatisch hat Japan dort bereits einen subtropischen Charakter. Im Schatten des Sakurajima, einer der aktivsten Vulkane Japans, lebt auf einer kleinen vorgelagerten Insel eine besondere Gruppe von Makaken. Die Affen erlangten Berühmtheit, als Wissenschaftler beobachteten, dass die Tiere Kartoffeln im Meerwasser waschen und diese Tradition an ihre Nachkommen weitergaben. Die Affenhorde ernährt sich aber nicht nur vegetarisch, sondern auch von Meeresfrüchten, die bei Ebbe an den Strand gespült werden.

Japan: Ein Bilderbuch

Okinawa liegt am südlichsten

Ganz im Süden Japans liegt Okinawa, ein tropisches Eiland näher an Taiwan als an Tokio gelegen. Hier leben viele Tiere, die es nur dort gibt: der Okinawaspecht oder die Okinawaralle etwa. Die besondere Inselfauna ist allerdings bedroht. Grund dafür ist die Habu-Viper. Die Giftschlange sollte mithilfe von ausgesetzten Mungos bekämpft werden. Doch die Mungos fraßen leider nicht die Schlangen, sondern stellten den am Boden lebenden Rallen nach. Das hatte fatale Folgen: Die Vogelart ist inzwischen kurz davor, auszusterben.

In den Mangrovensümpfen Okinawas bietet sich ein ganz anderes Bild. Wenn sich bei Ebbe das Wasser zurückzieht, tauchen skurrile Kreaturen auf: Winkerkrabben und Schlammspringer suchen im Morast nach Nahrung, genauso wie Horden von Armeekrebsen.

"Wildes Japan" auf Hokkaido

Mehr als 3.000 Kilometer weiter nördlich auf der Insel Hokkaido lernen kleine Bärenjunge fürs Leben. Auf Schritt und Tritt folgen sie ihrer Mutter, die ihnen zeigt, welche Pflanzen genießbar sind und welche nicht, wann man eine Chance hat, einen Sikahirsch zu erbeuten und in welchen Situationen es aussichtslos ist, und vor allem, wo es im Herbst die besten Lachse gibt. Denn nur mit einer ausreichenden Fettschicht auf den Rippen können die Braunbären den Winter im Norden Japans überleben.

Während im Süden noch die wärmende Herbstsonne die Ahornwälder in ein goldenes und feuerrotes Farbenmeer verwandelt, lassen die ersten Fröste Hokkaidos Natur erstarren. Nur die durchdringenden Rufe der Singschwäne hallen dann noch über das Land. Ein Land, das man zu Recht als "Wildes Japan" bezeichnen kann.

Porträt

Thoralf Grospitz und Jens Westphalen

Expeditionen ins Tierreich

Seit dem Studium kennen sich die Biologen Thoralf Grospitz und Jens Westphalen. Gemeinsam haben sie ihren Traum verwirklicht: Die Arbeit als Tierfilmer. mehr

Redaktion
Wolf Lengwenus
Claudia Cellarius
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Regie
Thoralf Grospitz
Autor/in
Thoralf Grospitz
Regie
Jens Westphalen
Autor/in
Jens Westphalen