Ein Leben für Pferde

Die Kinderjockeys von Indonesien

Samstag, 20. Mai 2017, 12:15 bis 12:45 Uhr

Kinderjockeys in Indonesien bei einem Pferderennen.

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Ein Rennen, so wild wie gefährlich. Syahrul, neun Jahre alt, will unbedingt gewinnen. Er riskiert viel. Auf dem Rücken seines Pferdes. Ohne Sattel, ohne Schutz. Er muss Geld verdienen. Für seine Familie. Syahrul und Syahril sind Zwillinge. Beide neun Jahre alt. Schon ihr halbes Leben lang reiten sie auf dem Rücken der Pferde um die Wette.

Die jüngsten Jockeys sind vier Jahre alt

Doch jetzt reitet nur noch Syahrul. Die Brüder leben auf Sumba, einer Insel im Osten Indonesiens. Die Menschen hier sind seit jeher verrückt nach Pferden. Und nach Wetten. Fast jede Familie besitzt ein Pferd, jedes Kind kann reiten. Die jüngsten Jockeys sind gerade vier. Denn je kleiner und leichter die Jockeys, umso schneller die Pferde.

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Vor dem Rennen - Morgenstimmung am Meer.

Bei der Morgenarbeit sieht's auf der idyllischen indonesischen Insel Sumba aus wie im Paradies: Der stolze Vater führt sein Pferd und seine beiden Söhne hinein in einen Traum von Meer. Spiegelglatt und glitzernd. Morgensonne, leichte Brise. Wer würde denken, dass am Abend viele der Kinder hier im Staub gelandet sind? Oder sogar im Krankenhaus. So wie Syahril, dessen Oberkörper seit seinem Reitunfall halbseitig gelähmt ist: "Ich freue mich, dass heute endlich die Rennen losgehen. Ich selbst kann zwar nicht mehr reiten. Aber ich sporne meinen Bruder an."

Hohes Risiko für die Kinder

Warum das hohe Risiko für all die Kinder? Sumba ist eine der ärmsten Regionen Indonesiens. Ein erfolgreicher Kinderjockey wie Syahrul kann 500 Euro in der Woche verdienen. Verlockend viel Geld. Auf den Rängen stehen gebannt die Zocker, die Spieler, die Spekulanten. Staunend und fiebernd. Auch sie machen gutes Geld. Eigentlich ist Wetten in Indonesien gar nicht erlaubt. Und dass Kinder die Rennpferde reiten, ist ebenfalls verboten.

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Hart und gefährlich verdientes Brot: Kinderjockey und Trainervater in Indonesiens Inselwelt.

Das kümmert hier niemanden. Die Kinder gehen fast ohne Schutz ins Rennen. Ein leichter Helm, eine Stoffmaske gegen Staub und Sonne. Eine Peitsche fürs Pferd. Die Jockeys reiten barfuß. Und ohne Sattel. Ein guter Jockey reitet manchmal fünf Rennen am Tag. Zehn Tage am Stück, zwei Monate im Jahr. So lange dauert die Saison. Und so lange geht's auch nicht in die Schule. Manche Kinder können nicht richtig schreiben, rechnen oder lesen. Aber sie sind meisterhafte Reiter.

Redaktionsleiter/in
Claudia Buckenmaier
Redaktion
Christine Hasper
Autor/in
Philipp Abresch
Regie
Philipp Abresch
Produktionsleiter/in
Stefanie Roehrig