Heimat ist... op'n Dörp

Gehrde - Horrido im Artland

Sonntag, 11. September 2016, 11:30 bis 13:00 Uhr

Ein Acker im Sonnenaufgang

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Geflügel- oder Kaninchenzüchter, Angler, Schütze, Sportler, Sänger oder Kegler: Der echte Gehrder ist in fast jedem Verein Mitglied, egal ob aktiv oder passiv. Mit seinen Beiträgen unterstützt man das Dorfleben. Das gehört sich so. Das ist einer der Gründe dafür, warum viele jüngere Gehrder im Dorf bleiben und die Gemeinde zusammenhält.

Gehrde liegt im Südwesten Niedersachsens, zwischen Quakenbrück und Osnabrück. Die Region ist fruchtbar und die prächtigen Fachwerkbauernhöfe sind über die Grenzen des Artlandes hinaus bekannt. Von der Landwirtschaft allein lebt in Gehrde heute allerdings nur noch eine Familie, die Alswedes. Drei Generationen wohnen und arbeiten auf dem 300 Jahre alten Hof.

Der echte Gehrder unterstützt das Dorfleben

Ein Glück für viele Gehrder ist Werner Böse, der mit seinem rollenden "Tante-Emma-Laden" über Land fährt und die Dorfbewohner versorgt, die nicht in den umliegenden Orten einkaufen wollen oder können.

Das absolute Highlight des Jahres ist das Schützenfest. Schon Wochen zuvor werden die Adler getischlert, die Blaskapelle übt zackige Märsche, Jungschützen schneiden unzählige Birkenreiser im Wald. Jung und Alt windet Eichenlaub zu Kränzen und alle gemeinsam schmücken die Straßen und Häuser. Mit "Horrido" und "Hosasa" wird dann drei Tage lang gefeiert.

Grenzen überwinden

Nicht immer ganz einfach gestaltet sich das Zusammenleben mit den Spätaussiedlern aus Russland, von denen einige schon seit 30 Jahren in Gehrde leben. Viele von ihnen sind nicht in das Dorfleben integriert. Sie leben nach ihren eigenen, oft streng religiösen Regeln. Da etwas Verbindendes zu schaffen, das wird sicher eine der Aufgaben der jungen Pastorin sein, die seit kurzer Zeit in Gehrde lebt.

Aber es gibt einen Lichtblick: die Sportjugend. Wenn die Jungen im Fußballverein gemeinsam kicken, ist es ihnen egal, ob ihre Eltern zu den zugezogenen oder den alteingesessenen Einwohnern zählen. Sie sind es, die Grenzen überwinden. Und auch wenn die Kicker sportlich vielleicht die eine oder andere Niederlage einstecken müssen: Jedes gemeinsame Spiel ist ein Sieg, für die Integration und die Zukunft des Ortes Gehrde.

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Redaktion
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Autor/in
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