Das Ockerland der Provence

Samstag, 23. Januar 2016, 12:45 bis 13:30 Uhr

Die Ockerberge der Provence, etwa 40 Kilometer östlich von Avignon, leuchten schon von Weitem. Die Feuererde prägt einen ganzen Landstrich, der sich inmitten von Kirschbaumplantagen, Olivenhainen und Weinbergen entlang des Gebirgszugs des Luberon zieht.

Feental, Bluthügel und Straße der Riesen

Die Dörfer des Ockerlandes sind hoch auf Hügeln gebaut, von denen man über die Weite des Landes schauen kann: Saint-Saturnin-lès-Apt mit seinem majestätischen Schloss, die Gemeinde Joucas, das kleine Villars mit seinem terrassierten Ockerhügel, die historische Provinz Roussillon. Die dortigen Ockerbrüche mit ihren fantastischen Felsformationen in allen Farbvarianten von Safrangelb bis Blutrot heißen Feental, Bluthügel, Straße der Riesen.

Bild vergrößern
Der Colorado von Rustrel.

Weiter westlich bei Rustrel wurde durch Erosion das provenzalische "Colorado" aus dem Gestein erschaffen. Alte Maschinen und Schlämmbecken zeugen vom Abbau in vergangener Zeit. Der letzte Ockerarbeiter von Rustrel, Roger Arnaud, erinnert sich, erzählt von der harten Arbeit im Ockerbergbau. Die letzte Ockerfabrik, die in der Region noch in Betrieb ist, befindet sich in der Kleinstadt Apt. In der Werkstatt der Familie Rigo werden die seltenen ockerfarbenen Fayencen hergestellt.

Farben mit Naturocker in ganz Europa gefragt

Inzwischen sind auch bei Malern und Dekorateuren mit Ocker hergestellte Farben wieder sehr gefragt. Davon profitieren traditionelle Betriebe wie die Farbhandlung Chauvin in Apt. Dort wird Naturocker zu ganz verschiedenen Farbtönen gemischt und in ganz Europa verkauft. Künstler sind am meisten von den bestechenden, eindrucksvollen Gelb- und Rottönen fasziniert. Einige haben sich wegen des Ockers im Luberon niedergelassen. Die alte Ockerfabrik von Roussillon wurde restauriert und die Werkstätten in Ateliers verwandelt. Dort wird die Kulturgeschichte des Ockers praktisch angewandt: Das "Konservatorium der Ocker und Pigmente OKHRA" ist ein Arbeitsplatz für Künstler geworden, aber auch Laien können dort an Workshops teilnehmen.

Autor/in
Hilde Bechert
Regie
Hilde Bechert
Redaktion
Marie-Elisabeth Denzer
Wolf Lengwenus
Gutmann, Silvia