Wer hat's gesehen?
Das NDR Fernsehkult-Quiz feiert den Geburtstag der "Sesamstraße". Bettina Tietjen präsentiert witzige Fragen, tolle Archivschätze und beliebte Anwohner aus vier Jahrzehnten.mehr
Am Anfang stöpselten noch die legendären "Fräuleins vom Amt" die raren Verbindungen, flickten wagehalsige Entstörer die blanken Leitungen, bildeten sich lange Schlangen vor ewig kaputten Münzfernsprechern. Weil die Verbindungen der Post nie ausreichten, entstanden mindestens 23 nichtöffentliche Fernmeldenetze - für die Stasi, das Militär, die Kombinate.
Störungen im öffentlichen Netz waren an der Tagesordnung, und einheitliche Vorwahlnummern gab es nicht. Doch wer endlich einen privaten Anschluss bekommen hatte, war glücklich und nahm auch in Kauf, den Anschluss mit bis zu vier "Teilnehmern" zu teilen. Und mit gigantischem Aufwand hörte dann manchmal auch die Stasi mit.
Telefonieren in der DDR. Ein langer Weg vom "Fasse dich kurz" bis zum "Ruf mal an". Von der "Stunde Null" im Frühjahr 1945, als die Sieger die letzten Leitungen kappten, bis zu den Piratenstreichen der Wendezeit reicht der Bogen einer Geschichte, über der, wie überall in der DDR, der Satz steht: Not macht erfinderisch. Leidgeprüfte "Teilnehmer" oder solche, die es endlich werden wollten, gestandene Postler aus Mühlhausen, Leipzig und Dresden, der letzte Postminister, Günter Schabowski und viele andere berichten über große Probleme und kleine Schritte beim Telefonieren in der DDR.