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Leben im Südtiroler Schnalstal: Reportage

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Montag, 17. Juni 2013, 15:15 bis 16:00 Uhr [VPS 15:15]

Seit Jahrhunderten werden Mitte Juni Tausende von Schafen vom Südtiroler Schnalstal über den Alpenhauptkamm nach Österreich getrieben. © © NDR/Matthias Kunz - Honorarfrei, Verwendung nur im Zusammenhang mit o. g. Sendung bei Nennung Bild: NDR/Matthias Kunz. (S2) NDR Presse und Information/Fotoredaktion Tel: 040 4156-2306, Fax: -2199 Detailansicht des BildesSeit Jahrhunderten werden Mitte Juni Tausende von Schafen vom Südtiroler Schnalstal über den Alpenhauptkamm nach Österreich getrieben.

Auf den Hochalmen Südtirols leben und wirtschaften viele Menschen noch so wie vor Jahrhunderten. Die Autorin Lisa Eder hat sich in der archaischen Welt des Schnalstals für den NDR umgesehen. Dort vollzieht sich seit Generationen immer Mitte Juni dasselbe Ritual: der Schafauftrieb vom Schnalstal über den Alpenhauptkamm nach Österreich.

Fortunat Gurschler ist als Schäfer für rund 2.000 Tiere verantwortlich, die ihm von mehreren Züchtern anvertraut worden sind. Der Weg zu den Sommerweiden führt über den 3.000 Meter hohen Hochjoch-Gletscher, dort verläuft seit 1919 die Grenze zwischen Nord- und Südtirol, zwischen Österreich und Italien. Der Treck ist unter normalen Umständen unbedenklich. Erst schlechtes Wetter macht ihn zur Gefahr. So erfroren 1979 nach einem Temperatursturz 200 Schafe. Den ganzen Sommer bleiben die Schafe im Ötztal, bevor es im September wieder nach Hause geht.

Hermann Müller ist 68 Jahre alt. Seit er denken kann, lebt er auf dem Saxalb-Hof. Woanders hinzugehen, ist ihm nie in den Sinn gekommen - obwohl der Hof wegen der extremen Berglage schwer zu bewirtschaften ist. Selbst für Spezialmaschinen sind die Hänge zu steil. Zwei Stunden Fußmarsch sind es von hier ins nächste Dorf. Eine Zufahrtsstraße gibt es nicht. Das würde Hermann Müller auch nichts nützen, denn er hat keinen Führerschein. Der Hof der Familie existiert schon seit 1358. Als Hermann Müller noch ein Kind war, lebten noch sehr viele Menschen auf der Alm. Er war eines von zehn Kindern und neben den Eltern und den Großeltern ernährte die Landwirtschaft auch noch drei Knechte und eine Magd. Heute ist Hermann Müller allein und die Zeit der Hochalmhöfe neigt sich dem Ende zu. Lisa Eder beschreibt mit eindringlichen Bildern eine Welt, die es schon in wenigen Jahren nicht mehr geben wird.

Mitwirkende

Autor/in: Lisa Eder,  Redaktion: Wolf Lengwenus,  Regie: Lisa Eder
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