Die Wüstenärztin
Die Wiener Ärztin Sina reist nach Dubai, um den Vater ihrer Freundin Reissa zu untersuchen. Sie verliebt sich sofort in das Wüstenleben - und in Reissas galanten Bruder.mehr

Im Frühjahr wird es wild auf dem Hof von Dirk Fußbahn in dem kleinen Dörfchen Fiel in Dithmarschen. Zusammen mit seiner Frau und den drei Kindern betreibt er die Wildtierhilfe Fiel, Auffangstation für alles, was aus dem Nest fällt, von Hunden aufgestöbert wird oder vors Auto gelaufen ist. Hunderte verletzter oder verwaister Wildtiere werden jedes Jahr dort abgegeben. Alle werden von der Familie liebevoll und artgerecht versorgt. Das Ziel ist immer gleich: Wenn die Zeit reif ist, geht`s zurück in die Wildnis. Tiersäuglinge wie Rehe, Wildschweinfrischlinge oder Marder brauchen eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung im heimischen Wohnzimmer.
Die Aufzucht der Rehkitze ist das Spezialgebiet von Mutter Rosie. Dutzende davon hat sie in den letzten Jahren aufgepäppelt. In der Zeit von Mai bis Juli sind die meisten erst wenige Tage alt und müssen im Stundentakt mit der Flasche gefüttert werden - an Durchschlafen ist in dieser Zeit nicht zu denken. Die Handaufzucht von Rehkitzen ist besonders schwierig. Trotz ihrer langjährigen Erfahrung bekommt Rosie sie nicht alle durch, denn viele von ihnen werden schon sehr geschwächt in die Wildtierhilfe gebracht.
"Wir Fußbahns sind sicherlich tierverrückt, aber nicht wahnsinnig", sagt Vater Dirk. Er weiß, was er tut, denn der ausgebildete Tierarzthelfer hat lange in Zoos und Tierparks als Pfleger gearbeitet. Er ist ein inzwischen ein "wandelndes Tierversorgungslexikon" - und sein Fachwissen hat sich herumgesprochen. Inzwischen ist sogar eine ganze Affenbande, die von den Behörden aus einer Privathaltung beschlagnahmt wurde, bei den Fußbahns untergebracht.
Die Wildtierhilfe Fiel ist das Lebenswerk der Familie. Sieben Tage die Woche, 24 Stunden rund um die Uhr setzen sie sich für die Tiere ein. Für ihr Engagement wurden die Fußbahns oft geehrt und ausgezeichnet. Seit drei Jahren ist ihre Wildtierhilfe ein gemeinnütziger Verein, der nun auch Spenden annehmen kann. Anders wäre das nicht mehr zu schaffen, denn inzwischen leben in Spitzenzeiten bis zu 600 Findlinge auf dem Hof der wilden Tiere.