Neue Chance zum Glück
Beruf, Kinder und Ehe - alles stimmt bei Merrit. Doch am ersten Tag des Familienurlaubs erreicht sie eine schockierende Nachricht: Ihr Vater hat eine Herzattacke erlitten.

Der Ausdruck "am Mors der Welt" trifft auf die Hallig Nordstrandischmoor schon ein wenig zu. Da, wo das Festland bei Husum zu Ende ist, führt eine einspurige Lorenstrecke ins Wattenmeer hinaus. Dreieinhalb Kilometer Schienen auf einem schmalen Damm, der bei Sturmflut im Meer versinkt. Und am Endpunkt der abenteuerlichen Reise: Ein karges Eiland, kein Baum, kein Strauch.
Stattdessen vier Höfe auf höher gelegenen Warften. Bei Ebbe und gutem Wetter weist Nordstrandischmoor eine stolze Länge von 1.900 Metern auf, bei Flut und "Land unter" verwandelt sich jeder Hof in eine winzige Trutzburg, umtost von Wind und Wassermassen. 21 Menschen wohnen hier. Und die freuen sich genau wie die Festlandbewohner auch auf Weihnachten.
NDR Moderator Yared Dibaba hat sich bei der Schäferin Ruth Kruse einquartiert, um die Weihnachtsvorbereitungen hautnah mitzuerleben. Ob Weihnachten oder nicht, der Deichschutz geht vor. Das bedeutet: bei Wind und Wetter raus ins Wattenmeer und "Busch" in die schmalen Befestigungen stampfen. Und die Schafe wollen schließlich auch geschoren werden. Aufwärmen kann er sich bei dem nordfriesischen Nationalgetränk Pharisäer und selbstgebackenen Keksen. Oma Frieda ist so etwas wie das lebende Halligarchiv. Sie hat zwei Sturmfluten erlebt und erzählt stolz, dass sich ihr Familienstammbaum bis ins Jahr 1717 zurückverfolgen lässt. Verglichen mit den damaligen Strapazen ist es heute geradezu paradiesisch, auch wenn der Postmann regulär nur jeden zweiten Tag klingelt. Anders als früher, will heute keiner mehr weg und schon gar nicht zu Weihnachten: Sturmflut hin oder her.