Deutschland isst...mit Tim Mälzer
Das Wort "frisch" wird im Supermarkt so verführerisch eingesetzt wie kein anderes. Aber was ist eigentlich "frisch"? ARD-Koch Tim Mälzer begibt sich auf Spurensuche.mehr

Bio-Haltung ist keine Garantie für glücklich aufwachsende Tiere. 45 Min berichtete bereits vor zwei Jahren über das Für und Wider der ökologischen Landwirtschaft. Seitdem hat sich vieles verändert, und es ist Zeit für eine Neuauflage des Films. In "45 Min: Neues vom Biotier“ geht Autor Sven Jaax der Frage nach , ob Öko grundsätzlich artgerechter ist. Und fragt sich, ob es Kompromisse zwischen ökologischer und konventionaller Haltung gibt, die für Mensch und Tier besser sind.
Vor allem in der Schweinezucht mischen völlig neue Haltungsformen den Markt auf. Bauer Bernd Schulz aus Brandenburg hat eigentlich ein Biosiegel für seinen Hof. Aber er nutzt es nicht mehr. Er vermarktet seine Schweine jetzt mit Persönlichkeitszertifikat. Wer bei ihm kauft, kann schon zu Lebzeiten der Tiere entscheiden, welches Schwein und damit, welche Wurst er haben will. Im Internet lässt sich das Wohlbefinden der Schweine verfolgen. Und wer will, darf sein Schwein auch ganz real besuchen. Architekt Winy Maas aus Rotterdam möchte Schweine in Hochhäusern unterbringen, die den Tieren auf kleiner Grundfläche exklusiven Komfort und Auslauf bieten.
Für Legehennen hat die deutsche Eierindustrie noch vor Monaten neue Großkäfige als ideale Stallvariante angepriesen. Jetzt werden sie wieder verschwinden. In der Hühnermast haben die jüngsten Antibiotikaskandale die Diskussion um Massentierhaltung neu entfacht. Den Schaden haben vor allem konventionelle Großbauern, weil auf Biohöfen weniger Antibiotika eingesetzt werden. In dieser 45-Min-Reportage kommen Visionäre wie Schulz und Maas zu Wort, die den Kompromiss zwischen Tierschutz, Umweltschutz und Verbraucherschutz suchen. Und sie zeigt, warum viele Agrarwissenschaftler Biohaltung kritisch sehen und deswegen meinen, dass die konventionelle Stallhaltung der ökologischen Freilandhaltung sogar oft überlegen sei. Außerdem hinterfragt der Film die Positionen der Lobbyisten auf beiden Seiten.