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Sondersendung zum Fall des "Maskenmanns"

Martin N. © dapd Fotograf: Frank Brandel Detailansicht des Bildes Zehn Jahre lang wurde nach Martin N. gefahndet. Aus Anlass der Prozesseröffnung gegen den mutmaßlichen Kinderschänder Martin N. ändert das NDR Fernsehen sein Programm am Montag, dem 10. Oktober. Um 21 Uhr läuft eine 45 Minuten lange Dokumentation mit dem Titel "Der schwarze Maskenmann - die Opfer, die Angst, die Fahndung" als Sondersendung. Präsentiert werden nicht nur die tagesaktuellen Bilder von der Prozesseröffnung, sondern auch neu recherchierte Fakten zu der jahrelangen Fahndung mit zahlreichen Pannen und Versäumnissen.

Opfer wurden nicht gehört

Drei Morde und 20 Missbrauchstaten werden Martin N. in der Anklage vorgeworfen. 20 Jahre lang blieb das Phantom des "Maskenmanns" unentdeckt. Die Opfer fragen sich, wie das passieren konnte - und blicken zurück auf eine lange Serie des Wegschauens und Ignorierens. Häufig wurde den Kindern ihre Geschichte vom "Schwarzen Mann" einfach nicht geglaubt. Lehrer und Heimbetreiber wiegelten oft ab. Wurde die Polizei eingeschaltet, verliefen die Nachforschungen im Sande. Mehrfach wurde gegen Martin N. persönlich ermittelt - doch sein perfektes Doppelleben ließ die Beamten keinen Zusammenhang erkennen.

Der ermordete Dennis K.  Detailansicht des Bildes Erst nach dem Tod von Dennis K. gingen die Ermittler von einem Serientäter aus. Vor allem kommen in der Dokumentation Opfer wie Lukas (Name geändert) und deren Angehörige zu Wort. "Die Betreuer haben das teilweise als Traum abgetan, das hat mich sehr wütend gemacht", sagt Lukas. Auch Lehrer und Schulen hätten die Schilderungen wiederholt nicht ernst genommen. Nach Angaben einer Mutter eines der Missbrauchsopfer reagierten diese abweisend auf Nachfragen: "Ich hätte mir gewünscht, dass die Schule einmal mit mir spricht und das nicht als Traum abfertigt, dass man mir zugehört hätte."

"Das konnte man nicht ernst nehmen"

Auch Heimbetreiber haben die Vorkommnisse in einigen Fällen offenbar nicht gemeldet. Sie verstärkten zwar ihre Sicherheitsmaßnahmen, informierten aber nicht immer die umliegenden Heime und den Dachverband. Willi Schäfer, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender im Dachverband "AG Bremer Schullandheime": "Solche Erzählungen werden von Kindern immer verbreitet, was Geheimnisvolles und was aus der Dunkelheit kommt. Dass tatsächlich einer gekommen ist, das konnte man gar nicht ernst nehmen."

Ein Film von Jochen Becker, Marika Gantz, Grit Fischer und Tina Schober. Redaktion: Kuno Haberbusch, Martin Munz.

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